Nominierungs-Ärger bei MTV-Preis Minaj à trois

Die Nominierungen für die MTV Video Music Awards sind bekannt gegeben worden - und dass ihr Name fehlt, ärgert Nicki Minaj. Das wiederum ärgert Taylor Swift. Das Drama im Überblick.

Getty Images

Beschwerden über Nominierungen oder Auszeichnungen galten lange als unfein. Sehr unfein. Entweder man wurde für einen Preis in Betracht gezogen oder eben nicht. Für den Fall einer Schlappe orientiert man sich am besten an Meryl Streep: Lächeln, klatschen, jubeln, Kusshand für die Konkurrenz. Dann vielleicht beim nächsten Mal.

Doch seit Kanye West 2009 Taylor Swifts Auszeichnung torpedierte, weil er der Meinung war, Kollegin Beyoncé habe sie eher verdient, scheinen die Hemmungen schneller zu fallen.

Als kürzlich die Nominierten für die MTV Video Music Awards (VMAs) bekannt wurden, gab es diverse Sängerinnen, die über die Bekanntgabe stritten.

Die Tweets sprechen eigentlich für sich, aber für das Protokoll:

Den Anfang machte Nicki Minaj.

Die anderen Mädchen würden ja immer nominiert, wenn die so tolle Videos machten wie sie selbst. Dann wurde die Rapperin konkreter: "Wenn dein Video dünne Frauen feiert, dann wirst du auch für das Video des Jahres nominiert."

Im weiteren Verlauf verstrickte sich die Sängerin noch in eine Diskussion mit Fans, bei der sie beklagte, dass "Schwarze" die Popkultur beeinflussten, aber selten für Preise infrage kämen. (Kleiner Faktencheck: Bei den diesjährigen Nominierungen in der Kategorie "Video of the year" trifft die Unterstellung nicht zu, das Verhältnis der Nominierten ist ausgeglichen, was Hautfarbe betrifft.)

Wohl weil sie in der Kategorie "Video of the year" die dünnste ist, fühlte sich jedenfalls Taylor Swift angesprochen, die sich denn auch gleich einschaltete.

Sie habe nichts getan, außer Minaj zu unterstützen. Es sähe Minaj gar nicht ähnlich, Frauen gegeneinander aufzubringen. Antwort Minaj: Swift sei doch gar nicht gemeint gewesen.

Unterstützung gab es weiter von der Künstlerin Azealia Banks.

Alle ihre Videos hätten VMAs verdient und ihr Album einen Grammy. Aber Amerika stehe halt einfach nicht auf schwarze Frauen mit starker Meinung.

Retten kann die Show jetzt eigentlich nur noch eine: Miley Cyrus, die den ganzen Zirkus moderieren wird.

gam

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hschmitter 22.07.2015
1.
Recht haben sie alle - mich ärgert auch jedes Mal, wenn ich mit meinem Goldkehlchenstimmchen nicht auf der Liste stehe.
hatschon 22.07.2015
2. Genau auf den Punkt
Gebracht Zirkus , nicht mehr und nicht weniger! Lächerliches Gehabe von plärrenden Zicken.
jürgendurden 22.07.2015
3. wen interessiert's?
vielleicht sollte man solche 'neuigkeiten' TMZ überlassen. und weder tay sway noch niki minaj noch azalea irgendwie haben irgend eine form von preis verdient. die vma's sind ein absoluter beliebigkeitswettbewerb geworden.
lalale 22.07.2015
4.
und wo bleibt jetzt das "sich mit der thematik auseinandersetzen"? einfach nur die tweets hier reinzukopieren und übersetzen? qualitätjournalisus? bleibt die frage warum die tweets von frau minaj fehlen in denen sie explizit darauf eingeht was es für nen unterschied macht ob man eine schwarze frau ist oder nicht und ein video auf den markt wirft welches die popkultur in dem entsprechenden jahr maßgeblich beeinflußt (auch wenn mir das völlig unverständlich ist, aber geschmäcker sind halt verschieden... ja ich bin kein fanboy... ich finde die musik schrecklich) hat... das eigentliche problem bei der ganzen geschichte mit frau swift: frau minaj äußert ein problem (rassismus + sexismus) und frau swift macht es zu ihrem problem (sexismus -rassismus)... schlagwort white feminism (quasi ignoranz dass frauen anderer herrkunft zusätzlich zum sexismus noch andere probleme haben... vor allem auch im zusammenspiel ne ganz andere dynamik entwickeln) (dass beim white feminism oft auch noch soziale und bildungsprivilegien ignoriert werden lassen wir jetzt mal außen vor) also qualitätsjournalismus... das haben ein paar läppische blogs sehr viel tiefgehender aufgearbeitet als die profis hier...
gudrege 22.07.2015
5. In der Überschrift...
...muss es "à". heißen. Passt zur Belanglosigkeit des Artikels.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.