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Nach Vorwurf der sexuellen Belästigung

Bush senior entschuldigt sich bei Schauspielerin

Schauspielerin Heather Lind hat Ex-US-Präsident George H. W. Bush vorgeworfen, sie unangemessen angefasst zu haben. Nun ließ der 93-Jährige über seinen Sprecher mitteilen, es habe sich um einen ungeschickten Scherz gehandelt.

REUTERS

George H. W. Bush (Archivbild 2013)

Donnerstag, 26.10.2017   01:17 Uhr

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Die 34-jährige Schauspielerin Heather Lind hat dem ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush vorgeworfen, sie bei einem gemeinsamen Termin unangemessen angefasst zu haben. Bei einer Veranstaltung zur Vermarktung einer Fernsehserie vor vier Jahren sei sie dem im Rollstuhl sitzenden Ex-Präsidenten begegnet, schrieb sie in einer Mitteilung bei Instagram. Dabei habe Bush sie "sexuell belästigt".

"Er schüttelte nicht meine Hand", schrieb Lind. "Er fasste mich aus seinem Rollstuhl von hinten an, während seine Frau Barbara Bush neben ihm stand. Er erzählte mir einen schmutzigen Witz." Als bei der Veranstaltung später Fotos gemacht worden seien, habe Bush die Geste wiederholt. Seine Frau habe dazu mit den Augen gerollt, "als wollte sie sagen: 'Nicht schon wieder'". Lind hat den Instagram-Beitrag inzwischen gelöscht.

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Dass sie erst vier Jahre nach dem Vorfall damit an die Öffentlichkeit geht, begründete sie damit, dass sie Bush am Wochenende zusammen mit den vier anderen noch lebenden Ex-US-Präsidenten bei einem Benefizkonzert für Hurrikan-Opfer gesehen habe. "Ich finde es verstörend, weil ich den Respekt bemerkte, den Ex-Präsidenten für ihre Dienste bekommen", schrieb die Schauspielerin.

Bush dementierte seine Begegnung mit Lind nicht. Es habe sich aber um einen ungeschickten Scherz des Ex-Präsidenten gehandelt, erklärte sein Sprecher Jim McGrath in einer Mitteilungen an mehrere US-Medien. "Präsident Bush würde nie - unter keinen Umständen - absichtlich irgendjemandem ein Leid antun und er entschuldigt sich höchst aufrichtig, wenn sein Humorversuch Frau Lind beleidigt hat", heißt es in der Erklärung.

Video: Sexuelle Übergriffe - So sehen wir das

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Heather Lind beendete ihre lange Nachricht mit dem Hashtag #MeToo. Seit wenigen Wochen nutzen ihn Frauen weltweit und schildern damit ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen. Ausgelöst wurde die Debatte durch den Skandal um Hollywoodproduzent Harvey Weinstein.

aar/AFP

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