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Gestresse Promis: Psycho? Iwo!

Foto: A1820 epa anp Robert Vos/ dpa

Wahnsinn Wie Promis mit Psychostress umgehen

Die eine hatte Zwangsgedanken, die andere musste sich foltern lassen, ein Dritter arbeitet vorzugsweise mit Psychopathen: Prominente Kreative sind oft irre im Stress. Aber sie wissen auch, wie man damit umgeht - und haben sogar Spaß dabei.

Ach, die Schönen und Erfolgreichen, die Kreativen und Beklatschten. Haben die nicht wenigstens irgendein Handicap? Haben sie. Pop-Sängerin Nelly Furtado ("I'm Like A Bird") zum Beispiel litt als Kind an einer leichten Zwangsstörung, die sie mit Musik überwand. Ihr seien immer zu viele Gedanken durch den Kopf gegangen. "Wenn dort stattdessen Musik war, beruhigte ich mich", sagte die 30-jährige Kanadierin der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag).

Musik sei ihre eigentliche Sprache. "Sie ist immer für mich da, wenn mich eine Situation überfordert oder verwirrt, wenn ich traurig bin oder feiern möchte." Musik sei ein imaginärer Traumort, an den sie immer zurückkehren könne. "Musik ist wie ein alter Freund, der keine Fragen stellt."

Brutal genießen

Viele Fragen hingegen wirft der neue Film von Regieberserker Lars von Trier auf. Eine lautet: Wie halten Darsteller die Produktion so einer Gewalt- und Sexorgie überhaupt aus?

Überraschend gut, glaubt man Kinostar Charlotte Gainsbourg, 38. Ihr haben die Dreharbeiten zum umstrittenen Horrorwerk "Antichrist" Vergnügen bereitet. "Ich muss sagen, ich habe die brutalen Szenen sehr genossen", sagte die französische Schauspielerin dem "Tagesspiegel" (Sonntag). "Der Film hatte für mich überhaupt nichts Infernalisches, im Gegenteil, ich hatte extreme Freude daran zu leiden, mich gehen zu lassen, im Schmerz und im Geschrei."

Rumgebrüllt wurde auch am Set von Werner Herzog, zumindest wenn er mit Klaus Kinski drehte. Der Darsteller galt als exzentrische Schauspielfurie, als Ausnahmedarsteller, der von Kollegen zugleich verehrt und verteufelt wurde.

Und warum wurde Regisseur Herzog ("Fitzcarraldo") nicht kirre an den Eskapaden seines Stars? Er halte sich trotz seiner Affinität für psychisch derangierte Charaktere selber für äußerst gesund, erklärte er gerade beim Filmfestival in Venedig. "Ich bin wahrscheinlich die einzige Person derzeit am Lido, die klinisch zurechnungsfähig ist."

Der 1991 gestorbene Kinski habe nichts Ungewöhnliches für ihn gehabt: "Ich würde Kinski nie als verrückten Mann ansehen." Herzogs Wettbewerbsbeitrag in Venedig ist übrigens ein Film über einen gestörten Cop mit Drogen- und Sexproblemen.

Schön krank, schön kreativ.

dan/dpa
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