Hilfe für Obdachlose Love is in the Hair

Kostenlose Haarschnitte für Obdachlose, dafür haben sich etliche Friseure der "Barber Angels Brotherhood" zusammengeschlossen. Am Samstag reisten sie in Salzgitter an - rechtzeitig vor dem Fest der Liebe.

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Für viele Menschen ist Weihnachten vor allem mit der Frage verknüpft, ob der DHL-Mann noch rechtzeitig die umfangreiche Amazon-Bestellung abliefert. Der Gedanke "Geben ist seliger denn nehmen" rückt anscheinend mehr und mehr in den Hintergrund. Wie beglückend es aber sein kann, nicht nur an sich selbst zu denken, konnte man am Samstag in Salzgitter bezeugen.

Gut eine Woche vor Weihnachten haben Obdachlose dort einen kostenlosen Haarschnitt bekommen. Für die Aktion waren am Samstag Mitglieder der Wohltätigkeitsorganisation "Barber Angels Brotherhood" aus ganz Deutschland angereist. Die Friseure des karitativen Vereins schneiden Obdachlosen und Bedürftigen kostenlos Bärte und Haare.

"Die Dankbarkeit, die man erfährt, ist einfach unglaublich schön", sagte Friseurin und Make-up-Artistin Melanie aus Braunschweig zu der Aktion. Viele Menschen in Deutschland haben kein Geld für einen Haarschnitt. Die "Barber Angels" wollen ihnen ermöglichen, sich trotzdem von Fachkräften modisch frisieren zu lassen. Das sei ein kleiner, aber wichtiger Beitrag, Würde zu bewahren und das Selbstvertrauen zu stärken, begründete der Verein seinen Einsatz.

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Hilfe für Obdachlose: Schnitt für Schnitt

Die "Barber Angels Brotherhood" tritt auf wie ein Motorrad-Klub und hat auch ähnlich strukturierte Aufnahmeriten. Friseure, die in den Rang des "Apostels", des aktiven "Barber Angels", rücken wollen, müssen sich in mindestens ein bis zwei Einsätzen beweisen, bevor sie den Titel tragen dürfen. Ziel des Vereins, der sich über Spenden und Mitgliederbeiträge finanziert, ist es, Aktionen wie die in Salzgitter in möglichst kurzen Abständen in ganz Deutschland durchzuführen.

mhe/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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telos 16.12.2017
1. Gutes Beispiel von gelebtem Miteinander
Für andere Menschen etwas tun, ohne Geld dafür zu verlangen ist sehr bewundernswert und in unserem Sozialwesen immer seltener vorkommend. Friseure/innen verdienen meines Wissens nicht allzu viel Geld, diese Barber Angels zeigen aber ein großes Herz. Eine gute Idee, nicht nur von sozialem Engagement zu reden und einzufordern, sondern in die Tat umzusetzen.
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