Weltraumbestattung Scottys Asche abgestürzt

Probleme bei der Weltraumbestattung: Früher als erwartet ist die Asche des Star-Trek-Darstellers James Doohan alias "Scotty" zur Erde zurückgekehrt. Seine Raumkapsel stürzte über unwegsamem Gebiet ab. Schlechtes Wetter erschwert die Bergung.


Das war wohl nichts. Statt um den Planeten zu kreisen, landete die Asche des Darstellers James Doohan unsanft in der Wüste von New Mexiko. Vor seinem Tod im Jahr 2005 hatte sich Doohan, besser bekannt als Raumschiff-Ingenieur Scotty aus der TV-Serie "Raumschiff Enterprise", gewünscht, man möge seine Asche mit einer Rakete ins All schießen. Wie die Weltraum-Bestattungsfirma Space Services am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sei der Flug der Bestattungsrakete nicht wie geplant verlaufen.

Trauerfeier vor Weltraumbestattung: Kurz nach dem Start stürzte die Kapsel mit Scottys Überresten ab
REUTERS

Trauerfeier vor Weltraumbestattung: Kurz nach dem Start stürzte die Kapsel mit Scottys Überresten ab

Üblicherweise würden die Raumkapseln mit der Asche der Toten mehrere Jahre, in einigen Fällen auch einige Jahrhunderte um den Planeten kreisen, heißt es seitens Space Services. Nun aber stürzte die Raumkapsel kurz nach dem Start in einer schwer zugänglichen Bergregion ab. Zudem, so Space-Services, würden heftige Unwetter die Bergung der Kapsel weiter erschweren. Man habe jedoch bereits ein Funksignal des Raumschiffs aufgefangen und dessen Position geortet.

Sobald die Bergung gelungen ist, sollen die sterblichen Überreste an Bord den Angehörigen übergeben worden. Gemeinsam mit Scotty befand sich die Asche von 200 weiteren Verstorbenen an Bord. Darunter sollen sich auch die Asche-Kapseln des "Enterprise"-Regisseurs und Drehbuchautors John Meredyth Lucas, sowie des ehemaligen Astronauten Gordon Cooper befinden.

Ohnehin scheint sich "der letzte Raumflug" unter der US-Prominenz großer Beliebtheit zu erfreuen. Bereits 1997 hatte sich der Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry in den Orbit verfrachten lassen. Gemeinsam mit ihm gingen damals die Überreste des US-Autors und Patenonkels von Winona Ryder, Timothy Leary, sowie des Physikers Gerard O'Neill auf eine Reise ins All.

Augenscheinlich handelt es sich dabei um ein ausgesprochen profitables Geschäft. Um beispielsweise ein Gramm Asche in einen Erdorbit zu schießen, werden bei Space Services 1.295 US-Dollar fällig. In der Luxus-Variante darf man sogar 14 Gramm mit an Bord geben, wird dann aber mit 7.495 US-Dollar zur Kasse gebeten.

Für die Zukunft plant das Unternehmen, die Asche ihrer Kunden auf Wunsch auch ohne Wiederkehr im All endzulagern. Dann sollen die Bestattungskapseln auf die Reise zum Mond und sogar bis in die Tiefen des Weltraums geschickt werden - zu Preisen ab 12.500 US-Dollar pro Gramm.

Von den Problemen beim PR-trächtigen Bestattungsflug mit Scotty unbeeindruckt, plant Space Services für den Herbst bereits einen weiteren Raketenstart. Dann will man sogar die Asche von 300 Verstorbenen mit an Bord nehmen. Auch der Enterprise-Ingenieur wird dann wieder mit dabei sein. Ein Teil seiner Asche wird dann erneut gen Himmel geschossen werden. Hoffen wir für ihn, dass es dann wirklich klappt.

mak/dpa



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