Wiener Opernball Glanz und Groteske

Schöne Kleider, illustre Gäste: Der Wiener Opernball ist ein Spektakel. Richard "Mörtel" Lugner nutzt das gern, um sich in Szene zu setzen. Diesmal bekommt er allerdings überraschende Konkurrenz.

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Die Wiener Staatsoper bittet am Abend zum 61. Mal zum schicksten Staatsball Österreichs. Der rote Teppich vor dem Sangeshaus in der Wiener Innenstadt wird für rund 5000 Gäste ausgerollt. Für die meisten Schlagzeilen wird wohl wie auch in den vergangenen Jahrzehnten Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner sorgen. Der 84-Jährige wird von Hollywoodstar Goldie Hawn begleitet.

Die 71-Jährige gab sich im Vorfeld ohne Allüren. "Goldie ist immer pünktlich und freundlich. Sie ist überhaupt nicht zickig", schwärmte ihr Gastgeber. Vor einer Autogrammstunde in Lugners Einkaufszentrum griff Hawn zum Taktstock und dirigierte die Blaskapelle, die zu ihren Ehren aufgetreten war.

Die Oscar-Preisträgerin versprach Lugner auch, einen Wiener Walzer mit ihm zu tanzen. "Er ist besonders nett, großzügig und sehr klug", sagte Hawn über ihren Gastgeber.

Konkurrenz im Blitzlichtgewitter bekommt Lugner diesmal aus dem Dschungel - von Model Gina-Lisa Lohfink und ihrem Dauerbegleiter Florian Wess. Brisant dabei: Die beiden, die im Januar bei der RTL-Dschungelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" dabei waren, haben außerdem Cathy Lugner eingeladen. Das deutsche Playmate hatte sich erst Ende 2016 von dem Baulöwen scheiden lassen.

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Wiener Opernball: Die Damen an "Mörtels" Seite

Zu einer Premiere kommt es bei der musikalischen Eröffnung: Die Italienerin Speranza Scappucci wird als erste Frau am Pult des Orchesters stehen. Als Höhepunkt gilt der Auftritt des deutschen Startenors Jonas Kaufmann. Der Sänger soll zwei Lieder aus Stücken von Georges Bizet und Franz Lehar darbieten. Insgesamt 144 junge Debütantenpaare zeigen danach ihre Choreografie. Die Tänzerinnen tragen dabei eine funkelnde Tiara des Modeschöpfers Karl Lagerfeld.

Es ist der erste Ball, den die neue Organisatorin Maria Großbauer zu verantworten hat. Die Frau des Vorstands der Wiener Philharmoniker, Andreas Großbauer, will diesmal die Oper wieder mehr in den Mittelpunkt des mondänen Festes rücken. Der bunte Blumenschmuck wurde im Stil der "Zauberflöte" arrangiert.

Erstmals seit vielen Jahren hat sich wieder eine Gegendemonstration angekündigt. Der Protest der Veranstalter unter dem Motto "Eat the Rich" richtet sich gegen das "dekadente Fest der Reichen". Es werden laut Organisatoren rund 500 Teilnehmer erwartet. Ende der Achtziger war der Opernball von großen - teils auch gewalttätigen - Ausschreitungen überschattet worden.

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Aufreger: Der Wiener Seifenopernball

wit/dpa

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