Zum Inhalt springen

Wiesn-Debatte Cora Schumacher und das todgeweihte Dirndl

Die eine verweigert sich komplett, die andere provoziert die Traditionalisten: Die Dirndl-Debatte beherrscht das Münchner Oktoberfest, nachdem Cora Schumacher in diskussionswürdiger Aufmachung erschien - und sich in Totenköpfe hüllte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Zuerst trat Bayerns First Lady, Marga Beckstein, zur Wiesn-Eröffnung in den Dirndl-Streik und erschien in einem Kostüm. Jetzt geht die Diskussion darüber, wer was auf dem Oktoberfest zu tragen hat, in die nächste Runde: Cora Schumacher fiel am Sonntag im schwarz-weiß-roten Totenkopf-Dirndl auf. Auf der knallroten Schürze prangte ein großer Totenkopf, auch die Ärmel waren mit Totenköpfen verziert.

Bereits in der Vergangenheit präsentierte die Gattin des Formel-1-Piloten ihren Totenkopf-Tick in allen Varianten: "Ich habe da den totalen Knall! Ich liebe Totenköpfe schlicht und ergreifend", sagte sie einmal in einem Interview. "Tod gehört zum Leben. Und ich habe das Gefühl, dass Totenköpfe meine absoluten Glücksbringer sind."

Zu ihren Errungenschaften gehören neben unzähligen Accessoires mit Totenköpfen wie Ohrringen, Shirts, Taschen und Gürtel auch eine Lederjacke mit Nieten-Totenkopf von Stardesigner Thomas Wylde und eine mit Brillanten besetzte Armbanduhr, verziert mit kleinen Totenköpfchen - für angebliche 50.000 Euro.

Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude hatte nach seinem spektakulären Bieranstich, der das 175. Oktoberfest eröffnete, auf eine friedliche Wiesn angestoßen.

Udes Anzapfkünste schwankten in den vergangenen Jahren zwischen drei und vier Schlägen - drunter ging es nie. 2005 war es dann so weit: Als erster Oberbürgermeister schaffte Ude den Rekord von zwei Schlägen zum Anzapfen des ersten Fasses, tosender Jubel belohnte die Leistung. In diesem Jahr festigte er also erneut seinen Anstichrekord.

Das Oktoberfest dauert bis zum 5. Oktober. Erwartet werden wieder mehr als sechs Millionen Gäste aus aller Welt.

Der Liter Festbier kostet zwischen 7,80 Euro und 8,30 Euro - 40 Cent mehr als 2007. Auch in diesem Jahr wollen die Münchner Brauereien wieder Millionen Maß Bier, mehr als eine halbe Million Hendl und mehr als hundert Ochsen an die Festbesucher bringen.

Der ADAC warnte am Montag vor einem bevorstehenden Stau-Wochenende: Vor allem rund um München, wo das Oktoberfest auf die Halbzeit zugeht, dürften mehrere Staus drohen. Dabei werden zum traditionellen "Italiener-Wochenende" der Münchner Wiesn aus Richtung Süden die Autobahnen dicht sein.

jjc/dpa