William, Harry, Kate, Megan So reagiert die britische Presse auf das Comeback der »Fab Four«

Der erste gemeinsame Auftritt der Prinzen William und Harry mit ihren Frauen seit über zwei Jahren sorgt in den Medien für analytische Exzesse. Auch Experten für Körpersprache müssen ran.
Sorgten durch ihren gemeinsamen Auftritt für »schockiert jubelnde Massen«: Kate, William, Meghan, Harry (v.l.)

Sorgten durch ihren gemeinsamen Auftritt für »schockiert jubelnde Massen«: Kate, William, Meghan, Harry (v.l.)

Foto: Peter Nicholls / REUTERS

William und Kate, gemeinsam mit Harry und Meghan: Der Tod der Queen macht möglich, was lange Zeit undenkbar schien. Die beiden Prinzen und ihre Partnerinnen tauschten sich am Samstagnachmittag mit Trauernden und Schaulustigen vor Schloss Windsor aus. Bei einem Rundgang – einem sogenannten »Walkabout« – schauten sie sich Blumen und persönliche Botschaften an, die vor dem Anwesen niedergelegt worden waren, und unterhielten sich mit etlichen der Untertanen an den Absperrungen.

Der Auftritt sorgt für Aufmerksamkeit, insbesondere in der britischen Presse. Es war das erste Mal seit 2020, dass sich die beiden Paare gemeinsam in der Öffentlichkeit zeigten. Auch die beiden Brüder waren seit der Einweihung eines Denkmals für ihre Mutter Diana im Juli 2021 nicht mehr miteinander in Erscheinung getreten.

Der Coup gelang, nicht nur die trauernden Zaungäste draußen vor dem Schloss waren überrascht, sondern auch die wartenden Reporter. Eine »dramatische Wiedervereinigung« habe man da erleben können, schrieb die »Sun« . Und verlor dann kurz die sprachliche Fassung: »Gestern jubelten schockierte Massen Harry, 37, zu.« Und, ganz wichtig: Es habe keinerlei Buhrufe für ihn oder Meghan gegeben.

Die »Times«  sprach von einer »königlichen Annäherung« nach »Monaten bitterer Zwietracht« und einer »unerwarteten Demonstration der Eintracht«. Die BBC  orakelte, »dass der Konflikt in der königlichen Familie jetzt vielleicht geheilt werden könnte«.

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Klar, dass die britische Presse jede Einzelheit des etwa 40-minütigen Auftritts ausleuchtete:

  • … dass William und Kate auf der einen Straßenseite entlanggingen und mit den Menschen sprachen, während Harry und Meghan die andere Straßenseite übernahmen;

  • … dass William wie ein Anführer aufgetreten sei, sein Bruder dagegen deutlich nervöser wirkte;

  • … dass Harry und Meghan einander fast die ganze Zeit an der Hand hielten;

  • … dass beide Frauen ihren trauernden Männern im Lauf des Auftritts tröstend die Hand auf den Rücken legten (und Meghan das zuerst tat);

  • … dass der Rundgang am Samstagnachmittag eigentlich schon um 16:30 Uhr Ortszeit geplant war, dann aber um eine Dreiviertelstunde verschoben wurde, um auch Harry und Meghan die Teilnahme ermöglichen zu können;

  • … dass die Paare nach dem Rundgang im selben Fahrzeug (»Guardian«) oder in zwei Fahrzeugen (»Daily Mail«) davonfuhren (der »Guardian« liegt richtig).

Rückfahrt der Paare: In einem oder zwei Autos?

Rückfahrt der Paare: In einem oder zwei Autos?

Foto: Kirsty O'Connor / REUTERS

Körpersprache-Expertin Judi James, ohnehin seit Tagen im Dauereinsatz auf allen Kanälen, knüpfte sich natürlich auch den Rundgang der vier Royals vor. »Dies ist eine phänomenale und unerwartete Szene, die eine gewisse natürliche Vorsicht und Unbeholfenheit in der Körpersprache zeigt«, analysierte sie in der »Daily Mail«, »die vier reihen sich zusammen, um eine Form der Einheit anzudeuten.«

Wichtig seien vor allem die scheinbaren Kleinigkeiten, etwa zwischen Meghan und Harry: »Wenn das Paar die Hände umfasst, sind es Harrys Finger, die sich nach unten bewegen, während Meghans um seine Handfläche herum gelegt sind, wobei ihr Daumen sanft seine Hand streichelt.« Und: Meghan sei diejenige, »die nach Kommunikation mit William und Kate sucht«. Überhaupt zeigt Judi James sich ausgesprochen angetan von Harrys Frau, twittert etwa von einem »süßen Moment«, als Meghan ihren Mann umarmt.

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Die »Daily Mail«  beschrieb den gemeinsamen Auftritt der Prinzenpaare erst martialisch – und dann poetisch verkitscht: König Charles haben seinen Söhnen »befohlen«, ihre kriegerische Fehde ruhen zu lassen. Daraufhin habe William seinem Bruder und dessen Frau den »Olivenzweig« gereicht und die beiden gebeten, an dem Rundgang vor Windsor Castle teilzunehmen.

»Ein paar kleine Schritte für diese Royals … ein riesiger Sprung für die königliche Familie«, schwärmte »Daily Mails«-Reporterin Sarah Vine. Sie bezog sich auf das Neil-Armstrong-Zitat »Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit«, das der Astronaut bei seinen ersten Schritten auf dem Mond geäußert hatte.

Und dann geriet die Journalistin endgültig in andere Sphären: »Wie glücklich muss es unsere liebe verstorbene Königin gemacht haben, die dort oben auf ihrer Wolke saß, die Szene zu sehen, die sich unter ihr in Windsor Castle abspielte«, rührseelte Vine völlig ergriffen und träumte sich in eine heile Zukunft: »Stellen Sie sich das vor: Archie und Baby Lilibet spielen mit George, Charlotte und Louis zusammen auf dem Gelände ihres alten Zuhauses. Wunderbar.«

Bis es so weit ist, dürfte noch viel Wasser die Themse herunterfließen.

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