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Wütendes Supermodel Naomi Campbell verprügelt ihren Chauffeur

Beulen, Prellungen, Nackenschmerzen: Bei einer Fahrt durch Manhattan hat Supermodel Naomi Campbell aus bisher unbekannten Gründen ihren Fahrer angegriffen - von hinten und mit solcher Wucht, dass sein Kopf ans Lenkrad schlug. Die Polizei eilte an den Tatort, doch da hatte sich die angriffslustige Dame schon vom Acker gemacht.

New York - Vom Rücksitz ihres schwarzen Cadillacs soll Madame Campbell am Dienstag die Attacke gegen ihren Chauffeur gestartet haben - und zwar, während dieser sie durch Manhattan kutschierte.

"Schwer ausgerastet" sei das für seine Wutausbrüche bekannte Supermodel, erklärte Polizeisprecher Paul Browne am Mittwoch. Der Chauffeur sagte aus, Campbell habe ihn so heftig in den Nacken geschlagen, dass sein Kopf gegen das Lenkrad schlug. Der Mann erlitt eine Prellung unterhalb seines rechten Auges.

Als der so unvermutet Attackierte den Wagen stoppte und einen Verkehrspolizisten um Hilfe bat, flüchtete das Supermodel und verschwand für Stunden. Als die Polizei kam, war Campbell längst auf und davon. Sie äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. "Wir müssen sie sprechen, das war bisher aber nicht möglich. Wir konnten sie nicht ausfindig machen", sagte Browne. Ein Sprecher Campbells warnte im Rundfunksender NBC vor einer Vorverurteilung des berühmten Models. Der Vorfall sei "komplexer" als es scheine.

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Von hinten: Naomi Campbell attackiert ihren Chauffeur

Foto: SUZANNE PLUNKETT/ REUTERS

Der Fahrer hat laut ersten Berichten beschlossen, keine Strafanzeige zu erstatten. Ob er zivilrechtlich gegen Campbell vorgehen will, ist noch unklar. Die Polizei habe die Staatsanwaltschaft von Manhattan kontaktiert und einen Bericht verfasst, sagte ein Sprecher. Weil es aber keine Zeugen gebe, werde der Vorfall keine Konsequenzen nach sich ziehen. Es werde demnach auch keine Festnahmen geben, so der Sprecher.

"Sie würden das nicht tun, wenn ich weiß wäre"

Campbell hatte in der Vergangenheit mehrfach mit Wutausbrüchen für Schlagzeilen gesorgt. 2008 wurde sie von einem Londoner Gericht zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt, weil sie zwei Polizisten am Flughafen Heathrow mit ihren Stilettos attackiert und das Kabinenpersonal beleidigt hatte.

Damals hatte der Flugkapitän ihr gesagt, dass sich wegen eines fehlenden Gepäckstücks der Flug verzögere. "Die haben meine Scheißtaschen verloren, holt die Presse", hatte sie daraufhin in ihr Mobiltelefon gebrüllt und dem Piloten vorgeworfen, Rassist zu sein: "Sie würden das nicht tun, wenn ich weiß wäre."

Herbeigerufene Polizisten wurden von Campbell getreten - mit spitzen Stilettos. Ein Jahr zuvor hatte sie schon einen Strafdienst machen müssen, nachdem sie einem Hausmädchen ein Telefon an den Kopf gefeuert hatte. Die Britin musste in New York bei den Stadtreinigern arbeiten und dabei auch auf Knien Toiletten putzen. Ihre Kurzzeitvorgesetzten waren durchaus zufrieden mit Campbell. Die Arbeitsstelle verließ sie im Rolls Royce.

ala/AFP/dpa