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Otto Waalkes Ziemlich Otto

aus DER SPIEGEL 26/2021
Foto: Wolf Lux / BILD

Es war einmal ein zauseliger Hexenmeister namens Catweazle, der sich versehentlich aus dem Mittelalter in die Gegenwart zauberte – und allerlei Wundern begegnete, unter anderem der Elektrizität. Sieben Jahre bemühte sich eine deutsche Produktionsfirma um die Rechte für eine Kino-Adaption der gleichnamigen englischen Kinderserie, von der 1970 und 1971 zwei Staffeln produziert und auch in Deutschland ausgestrahlt wurden. Wenn »Catweazle« am 1. Juli in die Kinos kommt, liegt das auch am Hauptdarsteller: Otto Waalkes, 72, schlüpft in die vor 50 Jahren von Geoffrey Bayldon verkörperte Rolle. Regisseur Sven Unterwaldt (»7 Zwerge«, »Otto's Eleven«) habe ihm ein Foto von Bayldon als Catweazle in der Badewanne gezeigt und gesagt: »Schau mal, der sieht doch aus wie du!« Waalkes ist zwar eine Idealbesetzung, aber auch als Catweazle noch erkennbar Otto. »Ich bin kein Schauspieler«, sagte er unverblümt dem SPIEGEL: »Ein Gert Fröbe schlüpft einfach in die Rolle von Räuber Hotzenplotz. Das könnte ich alles gar nicht.« Er könne »eine Figur um etwas Ottotypisches ergänzen. Dadurch wird sie nicht ganz zu Otto, aber durch kleine komische Einsprengsel – gestisch, mimisch, akustisch – wird sie mir ähnlich«. Vom ursprünglichen Catweazle, einer auch tragischen Figur, ist in der modernen Interpretation nicht mehr viel zu erkennen. Geblieben ist aber das kindliche Staunen des Zeitreisenden über die »Sonne in der Flasche« – die Glühbirne.

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