Tebartz-van Elst Limburger Bischof wegen Untreue angezeigt

Gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sind in Limburg vier Strafanzeigen eingegangen. Der Vorwurf: Untreue. Dies könnte der Beginn einer Anzeigenwelle sein, vermutet der Leiter der Staatsanwaltschaft.

Bischof Tebartz-van Elst: Vier Strafanzeigen wegen Untreue
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Bischof Tebartz-van Elst: Vier Strafanzeigen wegen Untreue


Limburg/Hamburg - Bei der Staatsanwaltschaft Limburg sind vier Strafanzeigen gegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eingegangen. Dies sagte Joachim Herrchen, der Leiter der Staatsanwaltschaft Limburg, SPIEGEL ONLINE und bestätigte damit einen Bericht der "Rhein-Zeitung".

Eine Anzeige habe die Staatsanwaltschaft schon gestern erreicht, drei weitere seien heute eingetroffen. Die Erstatter der Anzeige verdächtigen den Bischof der Untreue. Grund für die Anzeigen sei der Um- und Neubau der Limburger Bischofsresidenz, der mit mindestens 31 Millionen Euro ein Vielfaches der ursprünglich veranschlagten Summe kosten soll.

"Wir erwarten in den nächsten Tagen noch mehr Strafanzeigen", sagte Herrchen. "Wegen der intensiven Medienberichterstattung" würden sich viele Leute berufen fühlen, den Bischof anzuzeigen. Eine Anzeige stammt vom früheren Kreisvorsitzenden der CDU Westerwald, Gerhard Krempel. SPIEGEL ONLINE wurde dies auf Nachfrage bestätigt, für weitere Auskünfte war Krempel jedoch nicht zu sprechen.

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Tebartz-van Elst: Bilder aus dem Limburger Skandalbau

Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft nun, ob ein hinreichender Anfangsverdacht vorliege, so Herrchen.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen falscher eidesstattlicher Erklärung in zwei Fällen . Sie fordert eine Geldstrafe für den Geistlichen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem Bischof und dem SPIEGEL über die Berichterstattung zu einer Indien-Reise des Geistlichen.

Tebartz-van Elst hatte sich und den Neubau in Limburg in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit der "Bild"-Zeitung verteidigt und gesagt, er brauche keinen "pompösen Lebensstil".

SPIEGEL ONLINE

kbl

insgesamt 10 Beiträge
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petrasha 10.10.2013
1. unglaublicher vorgang
man muss schon traurig sein, wo gibt es heute noch ehrlichkeit.
Alfred Ahrens 10.10.2013
2. Mal sehen, wie lange der Papst ihn noch stützt,
ist ja schon auffällig, dass er noh nicht zum Rücktritt gedrängt wurde. Macht das Bild der katholischen Kirche noch mieser, als es ohnehin schon ist. Einfach zum Erbarmen!
niska 10.10.2013
3.
Zitat von sysopDPAGegen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sind in Limburg vier Strafanzeigen eingegangen. Der Vorwurf: Untreue. Dies könnte der Beginn einer Anzeigenwelle sein, vermutet der Leiter der Staatsanwaltschaft. http://www.spiegel.de/panorama/limburger-bischof-wegen-untreue-angezeigt-a-927210.html
Die Limburger haben es schon schwer. Nach dem golffahrenden Vorgänger, einer Zier seines Amtes, muss ihnen ihr neuer Hirte wie der Antichrist vorkommen.
deglaboy 10.10.2013
4. Ich empfehle...
dem Herrn Bischof mal den Beruf eines Wanderpredigers auszuüben, das würde ihn vielleicht auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Falls Bischöfe in der Nachfolge eines gewissen Galiläers stehen sollten, dann bräuchten sie keine herrschaftlichen Gebäude mit Konferenzräumen und Museen. Mir scheint, das Neue Testament ist ein ungelesenes Werk in diesen Kreisen.
georgia.k 10.10.2013
5. War doch nur eine Frage der Zeit, wann er angezeigt wird
-jetzt kann die Kirche das nicht mehr so leicht beerdigen.
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