Mit 25 Passagieren an Bord Linienbusfahrer fährt von Albanien bis Deutschland – ohne Pause

Der Bus war von der albanischen Hafenstadt Vlora nach Hamburg unterwegs. Nach etwa 1800 Kilometern fiel Polizisten nahe Coburg bei einer Kontrolle auf: Der Mann am Steuer hatte seit Fahrtbeginn keine Pause eingelegt.

Der Fahrer eines Linien-Reisebusses ist mit zahlreichen Menschen an Bord von Albanien nach Deutschland gefahren – ohne dabei eine einzige Pause einzulegen. Das teilte die Verkehrspolizei Coburg am Donnerstag mit und berief sich dabei auf die Fahrerkarte des Mannes.

»Ankommen statt Umkommen als reines Glücksspiel« – so wurde der Fahrstil in der Mitteilung beschrieben. Schwerverkehrsspezialisten der Polizei hatten den Bus am Donnerstag auf dem Rastplatz Coburg Forst Ost kontrolliert und dabei diverse Verstöße festgestellt; unter anderem anhand der Fahrerkarte, auf der die Fahr- und Pausenzeiten gespeichert sind.

In dem Bus befanden sich den Angaben zufolge 25 Männer und Frauen, darunter Familien mit kleinen Kindern. Außerdem sei ein staatsanwaltschaftlich gesuchter Mann an Bord gewesen, dem illegaler Aufenthalt zur Last gelegt wird. Mehr Details dazu sind nicht bekannt.

Auch der zweite Fahrer hielt sich nicht an die Ruhezeiten

Der zweite Fahrer habe die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten ebenfalls »gänzlich missachtet«, so die Polizei. Um die Verstöße zu verschleiern, habe er die Fahrerkarte eines Kollegen benutzt, der nicht mit an Bord war.

Der Bus war den Angaben der Polizei zufolge im internationalen Linienverkehr von der Hafenstadt Vlora im Süden Albaniens nach Hamburg unterwegs – das sind etwa 2300 Kilometer. Von Vlora nach Coburg sind es knapp 1800 Kilometer.

Laut grenzübergreifendem Abkommen für Bus- und Lkw-Fahrer  darf ein Fahrer maximal neun Stunden am Tag am Steuer sitzen. Spätestens nach viereinhalb Stunden muss er eine 45-minütige Pause einlegen. Diese kann auch in zwei Pausen von 15 und 30 Minuten aufgeteilt werden.

Am Donnerstag durften die kontrollierten Fahrer der Polizeimitteilung zufolge nach einer mehrstündigen Pause ihren Weg von Bayern nach Hamburg fortsetzen. Sie erwarte ein hohes Bußgeld, hieß es. Einen Teil hätten sie schon nach der Kontrolle bezahlt.

aar/dpa