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15. August 2014, 14:04 Uhr

Listerien-Verdacht

Verseuchte Wurst auch auf Ostseefähren verkauft

Auf Ostseefähren zwischen Deutschland und Dänemark sind möglicherweise mit Listerien verseuchte Wurstwaren verkauft worden. Dänischen Behörden zufolge bekam die Reederei Scandlines die sogenannte Rullepølse mit Petersilie geliefert.

Kiel - Zwölf Menschen starben nach dem Verzehr von verseuchter Wurst eines dänischen Lebensmittelherstellers, mindestens 20 hatten sich mit den gefährlichen Bakterien angesteckt. Nun ist bekannt geworden, dass Produkte des Unternehmens auch auf Ostseefähren zwischen Dänemark und Deutschland verkauft worden sind. Eine entsprechende Warnung aus Dänemark habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erhalten und weitergeleitet, sagte eine Sprecherin des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums.

Demnach habe die Reederei Scandlines sogenannte Rullepølse mit Petersilie geliefert bekommen, die mit den gefährlichen Listerien-Bakterien belastet sein könnten.

Über Menge und Zeitraum des Verkaufs der Wurstwaren bei Scandlines konnte die Ministeriumssprecherin keine Angaben machen. Hierzu lägen noch keine Informationen vor. Eine Sprecherin der Reederei sagte, es gebe keine Hinweise, dass mit Bakterien belastete Produkte verkauft worden seien.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein Geschäft in Schleswig-Holstein 160 Kilo Wurst des Herstellers Jørn A. Rullepølser verkauft hatte. Vom Verzehr war vorsichtshalber abgeraten worden. Das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen.

Listerien-Bakterien können Infektionen auslösen, die anfangs einer Grippe ähneln. Gefährdet sind vor allem Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa chronisch Schwerkranke. Bei Menschen mit intaktem Immunsystem kommt es durch Listerien nur selten zu einer Erkrankung. In Deutschland gibt es im Durchschnitt 300 bis 400 Fälle pro Jahr. Listeriose wird mit Antibiotika behandelt.

gam/dpa

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