Tier macht Sachen Storch Mathilda geht zum Physiotherapeuten

DPA

Storch Mathilda soll bald wieder auf zwei Beinen stehen können - einer Prothese sei Dank. Vorher muss das Tier aber noch in Therapie.

Dort wird die einbeinige Patientin auf die Prothese vorbereitet: "Bevor ihr wie geplant eine Prothese am rechten Bein angepasst werden kann, muss das linke Bein mit Physiotherapie behandelt werden", sagte Michael Kaatz, Geschäftsführer des Storchenhofs in Loburg (Sachsen-Anhalt).

Mathilda hatte sich vermutlich in Thüringen im Wasser in einer Angelschnur verfangen. Dadurch verlor das Tier den unteren Teil des rechten Beins. Da der Weißstorch danach eine Schonhaltung einnahm, drohte er das linke Bein zu überlasten, so Kaatz.

Eine Spezialprothese soll helfen

Deshalb kam Mathilda von Loburg in die Obhut einer Magdeburger Tierarztpraxis. Dort begann nun die Physiotherapie. Frühestens in zwei Wochen soll die Storchendame wieder auf zwei Beinen stehen können, sagte Kaatz. Die Spezialprothese wird eigens für sie angefertigt.

Die Vogelschutzwarte Loburg kümmert sich seit 1979 um kranke Wildtiere. Rund 1700 Störche wurden seither aufgenommen. Sie wurden zum Großteil durch Unfälle verletzt. 70 Prozent der Patienten konnten laut Kaatz wieder ausgewildert werden.

Mathilda teilt ihr Schicksal mit Fridolin, dem Storch fehlt das linke Bein. Er hatte sich in Sachsen-Anhalt an einem Strommast schwer verletzt. Zwischenzeitlich bekam er eine Hilfsprothese. "Damit kommt er schon ganz gut klar", sagte Kaatz.

Tierprothesen sind eine Seltenheit. Eines der jüngeren Beispiele machte im Jahr 2013 Schlagzeilen: Für eine griechische Landschildkröte wurde in Deutschland aus Spielzeug eine Art künstlicher Fuß angefertigt.

mxw/dpa



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