Loch in chinesischem Staudamm Wassermassen bedrohen Tausende Menschen

Ein Loch im 30 Meter großem Bayi-Staudamm hat in der chinesischen autonomen Region Xinjiang für verheerende Überschwemmungen gesorgt. Tausende Menschen mussten vor den Wassermassen bereits in Sicherheit gebracht werden.


Peking - "Wir haben heute schon 8000 Menschen an sichere Orte gebracht", sagte ein Behördensprecher in Xinjiang, wo zurzeit Temperaturen von minus 20 Grad Celsius herrschen. Möglicherweise müssten 1000 bis 2000 weitere Menschen aus dem Umland weggebracht werden. Bislang sei niemand zu Schaden gekommen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Ackerland und Häuser in der Umgebung des 1957 gebauten Bayi-Damms seien überflutet worden. Bis zu 20.000 Menschen könnten von der Überschwemmung betroffen sein.

Das Loch in der Staumauer des Reservoirs etwa 60 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Urumqi war gestern Abend aufgerissen. Das Gewässer hat ein Volumen von etwa 30 Millionen Kubikmetern. Xinhua meldete, es stehe nicht die richtige Ausrüstung zur Verfügung, um durch eine Sprengung des Damms oberhalb des Lochs die Öffnung zu schließen. Auch sei es wegen der extremen Kälte schwierig, Erde für einen Verschluss zusammenzutragen.

Der staatliche Rundfunk meldete, bei dichtem Nebel und eisiger Kälte seien rund 500 Soldaten im Einsatz, um die Überschwemmung zu bekämpfen und das Wasser in die Wüste Gobi umzuleiten.



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