London Polizei kritisiert Wasserpistolen-Spiel

Die Waffen: Wasserpistolen. Das Ziel: seine Gegner zu treffen und selbst ungeschoren zu bleiben. In den Straßen von London ist ein gigantisches Räuber-und-Gendarme-Spiel namens "Street Wars" im Gange. Scotland Yard findet das Ganze wenig komisch.


London - Der Wettkampf "Street Wars" funktioniert folgendermaßen: Der Teilnehmer bekommt Namen, Adresse und Foto einer Zielperson, die er mit einer Wasserpistole treffen und so "eliminieren" soll. Der Getroffene scheidet aus. Wer als letzter übrig bleibt, hat das Spiel gewonnen. Drei Wochen dauert die Hatz, die durch einen Großteil der Millionenstadt London geht. Auch in New York, San Francisco, Los Angeles, Vancouver und Wien haben derartige Straßenspiele bereits stattgefunden.

Heute hat die Jagd nun in London begonnen - zum Leidwesen der Polizei. Die Beamten fürchten, auch das Tragen von Spielzeugwaffen könne in der Londoner U-Bahn eine Panik auslösen. Am 7. Juli 2005 waren dort bei Anschlägen auf drei U-Bahnen und einen Bus mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Wenig später hatten Polizisten einen Unschuldigen in der U-Bahn erschossen, weil sie ihn irrtümlich für einen Attentäter hielten.

"Der Anblick von Menschen, die ein Jahr nach dem tragischen Ereignissen im Juli 2005 vermeintlich mit Schusswaffen in der U-Bahn herumlaufen, wird Urängste bei Passagieren und Angestellten auslösen", sagte ein Polizeisprecher der BBC. Notrufe verstörter Passanten würden dann dazu führen, dass die Bahnen gestoppt und bewaffnete Einsatzkräfte losgeschickt würden. "Alle derartigen Vorkommnisse werden ernst genommen", zitiert die BBC den Sprecher. Am besten sollten die Teilnehmer des Spiels die U-Bahn meiden, um nicht Beamten, die anderswo dringender gebraucht würden, zu nutzlosen Einsätzen zu bewegen.

ffr



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