Brandkatastrophe in London Zahl der Toten steigt auf 30

Bei dem Brand im Londoner Grenfell Tower sind laut Polizei mindestens 30 Personen gestorben. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigt - viele Bewohner werden noch immer vermisst.


Die Polizei hat einen Überblick über die Zahl der Toten und Verletzten beim Brand im Grenfell Tower gegeben. Demnach starben mindestens 30 Menschen. "Ich glaube, dass die Zahl noch steigen wird", sagte Stuart Cundy von Scotland Yard.

24 Überlebende werden ärztlich betreut, zwölf davon befinden sich in kritischem Zustand. Es ist unbekannt, wie viele Personen sich in dem Gebäude befanden, als das Feuer ausbrach. Die Zahl der Bewohner des Hochhauses wird mit bis zu 600 angegeben. Freunde und Verwandte suchen mit Postern und in sozialen Medien nach Vermissten.

Die Feuerwehr setzte ihren Einsatz fort. Augenzeugenberichten zufolge ist der Brand noch immer nicht vollständig gelöscht. Rettungsteams suchten mit Drohnen und Spürhunden nach weiteren Opfern.

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Londoner Hochhausbrand: Zwischen Trauer und Wut

Die Polizei rechnet mit langwierigen Bergungsarbeiten. "Das Gebäude selbst ist in gefährlichem Zustand", sagte Cundy. Daher werde es sehr lange dauern, bis die Spezialkräfte von Polizei und Feuerwehr den Sozialbau vollständig durchsucht und alle Opfer geborgen hätten.

Die Brandursache ist unklar. Bislang deutet nichts auf Brandstiftung hin. Cundy zufolge gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass das Feuer absichtlich gelegt worden sei. Man habe den ursprünglichen Brandherd untersucht. Die Polizei ermittelt trotzdem, ob im Zusammenhang mit dem Feuer Straftaten begangen worden sein könnten.

Zugleich erhärten sich Vermutungen, die 2016 abgeschlossene Renovierung des Hauses könnte die Ausbreitung des Feuer begünstigt haben. Vor allem die Fassade wurde saniert und gedämmt. Experten vermuten, die Fassadendämmung könnte ein Grund dafür sein, dass sich der Brand so schnell ausbreitete. Offenbar wäre für wenig Geld besserer Brandschutz zu haben gewesen.

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Royals besuchen Opfer und Helfer

Königin Elizabeth II. und Prinz William besuchten Opfer der Brandkatastrophe und Freiwillige, die sich um die Betroffenen kümmern. Die Monarchin und ihr Enkel gingen in eine Notunterkunft in einem Fitness-Center im Stadtteil Kensington in der Nähe des Brandorts. Schon am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Großzügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt.

Alle Bewohner des Hochhauses sollen bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten, sagte Megan Hession von der Bezirksverwaltung in Kensington und Chelsea. Zahlreiche Menschen hatten auch die vergangene Nacht noch in Turnhallen und Hotels verbracht.

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Queen trifft Brandopfer: "Unglaubliche Großzügigkeit"

ulz/AP/AFP/dpa

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