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29. Juli 2010, 19:29 Uhr

Love-Parade-Katastrophe

Veranstalter und Versicherung richten Hilfsfonds ein

Eine Million Euro steht bereit: Love-Parade-Veranstalter Rainer Schaller und die Axa-Versicherung haben für die Opfer der Duisburger Katastrophe einen Soforthilfefonds eingerichtet. Betroffene sollen sich schriftlich bei dem Unternehmen melden.

Köln - Mit einer Million Euro wollen Love-Parade-Veranstalter Rainer Schaller und die Axa-Versicherung den Opfern der Katastrophe von Duisburg helfen. "Das Geld soll dort ankommen, wo es jetzt am dringendsten gebraucht wird. Hierbei denken wir in erster Linie an die Hinterbliebenen der Verstorbenen", sagte ein Axa-Sprecher. Betroffene sollten ihren Schaden unter Angabe der Kosten mit einer Begründung schriftlich bei der Versicherung anmelden.

Das Geld stamme überwiegend von der Versicherung, aber auch aus Schallers Privatvermögen. Seine Firma Lopavent hatte die Love Parade mit einer Gesamtdeckungssumme von 7,5 Millionen Euro bei der Axa versichert.

"Wir arbeiten bereits seit Montag mit Hochdruck an einer solchen Lösung", sagte der Sprecher. Sein Unternehmen hoffe, Duisburg sowie das Land Nordrhein-Westfalen noch mit einbinden zu können. Erste Gespräche mit der Stadt hätten aber noch zu keinem konkreten Ergebnis geführt.

Der Fonds sei nicht als Schuldeingeständnis zu verstehen und bedeute in keiner Weise, dass den Ermittlungen vorgegriffen werde, betonte die Axa. Vielmehr gehe es darum, "im Interesse der Betroffenen nun tatsächlich Verantwortung wahrzunehmen". Deshalb behalte das Unternehmen es sich auch vor, nach Klärung der Haftungsfrage gegebenenfalls andere Verantwortliche in Regress zu nehmen.

Das NRW-Innenministerium und die Polizei hatten dem Veranstalter Versagen vorgeworfen.

wit/dpa/ddp

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