Love-Parade-Tragödie Widersprüche, Ausflüchte, Lügen

dpa

Eine Analyse von , , und , Duisburg

9. Teil: Welche Rolle spielte die (Landes-)Politik?


Nach der Absage Bochums wuchs der Druck auf Duisburg, die Love Parade im Jahr 2010 auf jeden Fall stattfinden zu lassen. Man hatte die Love Parade zum Prestigeobjekt erhoben, die Bilder feiernder junger Menschen sollten das Image eines sterbenden Ruhrgebiets aufpolieren. Auch die Düsseldorfer Landesregierung baute auf das Projekt, Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff sagte nach der Bochumer Absage: "Ich hoffe nicht, dass nun auch noch die Love Parade 2010 ausfällt - zumindest die muss jetzt stattfinden."

In Düsseldorf war man über die Planungen informiert: Das Innenministerium war über das Einsatz-Referat der Polizeiabteilung in die Vorbereitungen einbezogen.

Nach der Katastrophe unterrichtete Innenminister Ralf Jäger (SPD) die innenpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen in einer zweieinhalb Stunden langen Besprechung. Anwesend waren auch der Inspekteur der Polizei, der Landeskriminaldirektor, ein Vertreter des Einsatzreferats, die Abteilung Katastrophenschutz und der Staatssekretär des Innenministeriums. Bei dem Treffen wurden Aufnahmen aus Hubschraubern und vom Boden gezeigt und ausgewertet. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurden klare Versäumnisse bei der Organisation der Love Parade erkannt - und diskutiert.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) berichtet, wirft das Innenministerium dem Veranstalter der Loveparade vor, weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt zu haben als zuvor angekündigt. So habe Jäger (SPD) dem Kabinett mitgeteilt, der Veranstalter habe in seinem Sicherheitskonzept 150 Ordner für den Bereich der Rampe und der Zugangstunnel versprochen. Tatsächlich seien dann aber offenbar viel weniger Ordner eingesetzt worden, sagte Jäger laut "SZ". Der Innenminister will am Mittwoch auf einer Pressekonferenz weitere Details bekannt geben. Dies kündigte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) an.

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Hovac 25.07.2010
1. traurig
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Wenn auch nur ein Mensch stirbt war es ein Fehler. Sowas darf in Deutschland doch nicht mehr passieren, wozu wird man von Formularhaufen für die kleinsten Anlässe erdrückt wenn es dann doch nicht sicher ist.
lawinchen, 25.07.2010
2. Rhetorische Frage
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ein Gelände, das max. 500.000 Besucher aufnehmen kann und dessen Zugangswege derart beschränkt sind, ist fraglos für eine Veranstaltung wie die Love Parade geeignet, denn die Love Parade ist dafür bekannt, weniger als 500.000 Besucher anzuziehen. Duisburg mag pleite sein und die zusätzlichen Einnahmen begrüßen, aber auf diesem Gelände mit diesen Zugangswegen hätte eine solche Veranstaltung niemals stattfinden dürfen: Ich hoffe, der Link wird dargestellt, ansonsten hilft eine Google-Maps-Suche nach "Karl-Lehr-Straße, Duisburg". Das Gelände befindet sich nördlich der L237. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Love-Parade,+Duisburg&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.231081,67.631836&ie=UTF8&hq=Love-Parade,&hnear=Duisburg,+Nordrhein-Westfalen&ll=51.422882,6.770582&spn=0.010276,0.033023&t=h&z=16 Polizeipräsidium und Staatsanwalt befinden sich gleich um die Ecke, ich hoffe, sie nutzen die Nähe.
xkultx 25.07.2010
3. Wo gesunder Menschenverstand aufhört...
Egal wo ob in Duisburg, Essen oder Berlin zu solchen tragischen Zwischenfällen kann es leider überall kommen. Es ist nur immer sehr einfach alles auf die Veranstalter abzuschieben, dabei wird allzu oft vergessen wer hier der wahre Auslöser des Dilemmas ist, war und bleiben wird - Alkohol, Drogen, Egoismus und Rücksichtlosigkeit. Wenn es nicht weiter geht - schiebt man nicht!!! Wo gesunder Menschenverstand aufhört, kommen die verschiedensten Schuldzuweisungen - Klar der Veranstalter ist Schuld - Klar die Stadt Duisburg ist schuld. Leute packt Euch mal an den Kopf und fangt an zu denken! Wenn ich mit 2 Promille in eine 30 Zone aus der Kurve fliege - ist dann auch die Stadt Duisburg Schuld oder der Hersteller meines Autos oder die Brauerei, warum bauen die denn dort eine Kurve hin, warum fährt mein Auto wenn ich getrunken habe?
waffenstillstand 25.07.2010
4.
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ja, sicher. Es war vorher schon bekannt, dass das Gelände höchstens 500.000 Menschen aufnehmen kann, man wusste, dass annähernd 1.000.000 Menschen kommen würde (tatsächlich kamen sogar 1.400.000). So gesehen war es allzu sehr leichtsinnig, die Veranstaltung überhaupt stattfinden zu lassen.
gisu 25.07.2010
5. Schuld haben
Schuld haben die Organisatoren, von deren Seite wurden ehr die Befürchtungen laut das eventuell zu wenig Menschen erscheinen würden, da hat man Zweifel am Gelände und den eingeschränkten Möglichkeiten außer acht gelassen. Wer mit solchen Menschenmassen plant, der muss auch verstärkt auf die Sicherheit achten, und beim kleinsten Zweifel entweder umplanen oder die Sache ganz abblasen. Mein Beileid an die Opfer und deren Angehörigen.
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