Loveparade der Rekorde Dortmund überdröhnt Berlin

Pott schlägt Hauptstadt: Die Loveparade 2008 in Dortmund hat mit 1,6 Millionen Ravern einen Besucherrekord aufgestellt - und die letzten Spektakel in Berlin bei weitem übertroffen. Auch die Einsatzkräfte zogen am Tag danach eine positive Bilanz: Es ging extrem liebevoll zu.

Dortmund - Nichts geht über Dortmund - zumindest, was die Rave-Begeisterung der Massen anbelangt. Die zweite Loveparade im Ruhrgebiet hat am Wochenende alle Rekorde gebrochen: Mit rund 1,6 Millionen Besuchern übertraf sie nicht nur die Teilnehmerzahl von 1,2 Millionen vom vergangenen Jahr in Essen, sondern auch die bislang höchste Zahl von 1,5 Millionen Partygästen 1999 in Berlin.

Unter dem Motto "Highway to Love" feierten die Fans auf dem eigens für die Loveparade gesperrten rund zwei Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße 1 und Umgebung. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht.

Der ausgelassenen Stimmung zu ohrenbetäubenden Techno-Beats konnten am Samstag weder ein zwischenzeitlicher kräftiger Regenschauer noch die regelrechte Schlammschlacht auf den Grünflächen etwas anhaben. Insgesamt waren 37 Festwagen, sogenannte Floats, unterwegs. Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer lobte: "Die Dortmunderinnen und Dortmunder haben sich als großartige Gastgeber gezeigt."

Erleichtert zog am Sonntag auch Kai Vogelmann als Sprecher der rund 1500 eingesetzten Helfer, Sanitäter und Ärzte Bilanz: "Wir hatten zwar sehr viel zu tun, aber es gab noch nie so wenig Verletzte wie diesmal." 1373 Menschen mussten die Teams Hilfe leisten - im vergangenen Jahr waren noch rund 4000 Versehrte zu verarzten gewesen. Große Massenschlägereien seien ganz ausgeblieben, und im Gegensatz zu vorherigen Loveparaden hätten auch nur 82 Personen Glasbruchverletzungen erlitten. Das strikte Glasverbot vom Samstag habe sich bewährt und sollte Vorbild für alle übrigen Veranstaltungen dieser Art sein, sagte Vogelmann.

Es war erlassen worden, nachdem sich in Essen voriges Jahr noch viele Tänzer an Glasscherben verletzt hatten. Auch die diesmal insgesamt 597 wegen Alkohol oder Drogen behandelten Patienten seien angesichts der 1,6 Millionen Teilnehmer eine vergleichsweise geringe Zahl.

Hunderte Raver verließen Zug auf freier Strecke

Einiges zu tun hatte indes die Bundespolizei. Bei einem Halt auf freier Strecke waren mehrere hundert Raver kurz vor dem Dortmunder Hauptbahnhof aus einem Zug ausgestiegen und hatten damit eine längere Sperrung der Bahnstrecke von Hamm nach Dortmund ausgelöst.

Auch der Bahnhof selber musste zwischenzeitlich gesperrt werden, weil Personen die Gleise überquert hatten. "Der Zugverkehr hat sich zeitweise bis Bielefeld gestaut", sagte Bundespolizeisprecher Jürgen Karlisch.

Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es daher zu Verzögerungen im Nahverkehr. Die Fernverbindungen seien aber nicht betroffen gewesen, weil die Halte in Bochum und Dortmund wegen des Großereignisses gar nicht erst angefahren worden seien.

Die große Abschlussveranstaltung vor der Westfalenhalle zog sich bis nach Mitternacht hin. Unter den 250 DJs waren internationale Stars der Techno-Szene wie Paul van Dyk, Westbam und Moby.

pad/AP

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