Fotostrecke

Trümmerfeld in Ludwigshafen: Das Aufräumen beginnt

Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa

Gasexplosion in Ludwigshafen Ein Stadtteil der Verwüstung

Ein Toter, etliche Verletzte, ein metertiefer Krater, zerstörte Autos, beschädigte Wohnungen: Die Gasexplosion in Ludwigshafen hat Straßen und Häuser im Stadtteil Oppau verwüstet. Die Polizei spricht von einem Millionenschaden.

Ludwigshafen - Einen Tag nach der Gasexplosion in Ludwigshafen ist das Ausmaß der Katastrophe deutlich geworden: Ein Mensch wurde getötet, 23 zum Teil schwer verletzt. Darüber hinaus gleicht der betroffene Straßenzug im Stadtteil Oppau einem Trümmerfeld, die Polizei spricht von einem Millionenschaden. Bei der Explosion und dem anschließenden Feuer seien 38 Wohnungen und rund 80 Autos beschädigt worden. Mit weiteren Schadensmeldungen wird gerechnet.

Denn die Anwohner konnten sich erst jetzt ein Bild von der Situation machen, nachdem die Polizei Entwarnung für das betroffene Stadtgebiet gegeben hatte. Bis dahin waren Anwohner in einem Radius von 150 Metern aufgefordert worden, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Fenster und Türen verschlossen zu halten.

Zu der Detonation war es am Donnerstag gekommen, als Bauarbeiter gerade ein Rohr freilegten. Nach wie vor ist unklar, wieso es zu der Explosion kam. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung des Falls übernommen. Es müsse geprüft werden, ob es Anhaltspunkte für ein eventuelles Fehlverhalten der Beteiligten gebe und ob gegen konkrete Vorschriften verstoßen worden sei, sagte Polizeipräsident Jürgen Schmitt. Die Ermittlungen seien sehr umfangreich, weshalb es weitere Erkenntnisse wahrscheinlich erst im Laufe der kommenden Woche gebe.

Der etwa fünf bis sechs Meter tiefe Explosionskrater wurde inzwischen leergepumpt, ein zerstörter Bagger aus dem Loch geborgen. Zuvor sei eine weitere beschädigte Gasleitung in der Nacht versiegelt worden, sagte der Ludwigshafener Feuerwehrchef Peter Friedrich. Die Kasseler Firma, die die Arbeiten an der Leitung in Auftrag gegeben habe, lasse den Schutt und die zerstörten Autos wegräumen.

Geprüft wird auch die Statik der Wohnungen am Krater. Unklar sei nach wie vor, ob oder wann die Häuser wieder bewohnt werden könnten, sagte Oberbürgermeisterin Eva Lohse. Die Menschen seien teils in Hotels untergebracht worden, während andere Bewohner aus den umliegenden Häusern bereits in der Nacht zum Freitag in ihre Wohnungen zurückkehren konnten. Bei ihnen sei auch die Versorgung mit Strom und Wasser sichergestellt.

"Das ist für Ludwigshafen und natürlich vor allem für die Stadtteile Oppau und Edigheim ein furchtbares Ereignis und für die Anwohner ein echtes Schockerlebnis", sagte Oberbürgermeisterin Lohse. Die Notfallseelsorge ist nach ihren Angaben rund um die Uhr ansprechbar. Außerdem würden Ludwigshafen derzeit keine Flüchtlinge mehr zugewiesen, weil verfügbare Wohnungen für die Betroffenen der Explosion freigehalten werden sollten. Die Stadt hat ein Spendenkonto eingerichtet.

jbe/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.