Lübecker Rathaus Spezialisten öffnen seit Jahrzehnten unbeachtete Tresore

Goldbarren, Dokumente - oder gar nichts? In Lübeck wurde über den Inhalt von zwei Tresoren gerätselt, die offenbar vor langer Zeit in Vergessenheit geraten waren. Nun haben Spezialisten die beiden Safes geöffnet.

Christian Charisius/ DPA

Sie sind mehrere Jahrzehnte alt und niemand wusste, was sich in ihrem Inneren befindet: Im Lübecker Rathaus haben Spezialisten zwei seit Langem unbeachtete Tresore geöffnet.

Sicherheitsexperten brauchten ungefähr 15 Minuten, um den kleineren Tresor zu öffnen. Der Inhalt: mehrere silberne Thomas-Mann-Gedenkmünzen, eine goldene Gedenkmünze des Lübecker Senats und eine große Rolle Eintrittskarten für Rathausführungen zum Preis von 1,50 DM. Inzwischen kostet die Führung mit vier Euro deutlich mehr.

Die professionellen Tresorknacker machten sich am Vormittag auch an den größeren Tresor, der als schwerer zu öffnen gilt. Für einen Tresor dieser Bauart habe er einmal etwa acht Stunden gebraucht, sagte der Sicherheitstechniker Sebastian Hahn. Dieses Mal waren es etwas weniger: Der Tresor öffnete sich laut NDR nach rund vier Stunden. Er enthielt unter anderem interne Verschlussakten.

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Über den Inhalt der Tresore war im Vorfeld viel spekuliert worden. "Ein paar Goldbarren, die uns bei der Sanierung des Haushalts helfen, wären natürlich nicht schlecht", sagte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD).

Archivdirektor Jan Lokers hoffte dagegen auf die fehlenden Seiten aus dem Goldenen Buch der Hansestadt Lübeck aus den Jahren der NS-Zeit nach 1933. "Die sind nach 1945 fein säuberlich herausgetrennt worden, seither sind sie verschollen." Stadtsprecherin Nicole Dorel hatte sich gegenüber dem NDR verhaltener geäußert: "Sie können aber genauso gut leer sein."

Er habe sich aus purer Neugier und wegen einer anstehenden Renovierung zu der Aktion entschlossen, sagte Bürgermeister Lindenau. "Es gibt noch zwei weitere ungeöffnete Tresore im Rathaus, auch die wollen wir öffnen lassen." Das genaue Alter der Tresore ist unbekannt. Medienberichten zufolge gehen die Rathausmitarbeiter aber davon aus, dass sie aus den Fünfzigerjahren stammen.

bbr/dpa

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