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10. April 2013, 12:40 Uhr

Lufthansa-Maschine

Airbus flog mit beschädigtem Rumpf über Atlantik

Passagiere eines Lufthansa-Fluges von Chicago nach München sind im März womöglich knapp einem Unglück entgangen: Die Airbus-Maschine setzte beim Start mit dem Heck auf und flog mit beschädigtem Rumpf über den Atlantik. Erst nach der Landung wurde der Vorfall bemerkt.

Hamburg/Braunschweig - Bei einem Transatlantikflug der Lufthansa Anfang März wäre es beinahe zu einem Unglück gekommen. Mit beschädigtem Rumpf flog ein Airbus A330 von Chicago nach München, nachdem das Heck der Maschine offenbar beim Start die Betonpiste berührt hatte. Erst nach der Landung wurde der Schaden bemerkt. Zu einem Druckabfall in der Kabine kam es nicht.

Geprüft wird der Zwischenfall bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in Braunschweig. Einen entsprechenden Bericht von stern.de bestätigte ein BFU-Sprecher. Demnach wurde die innere Druckkabine des Flugzeugs nicht beschädigt, der Aluminiumrumpf habe aber deutliche Schleifspuren aufgewiesen.

Auch Lufthansa bestätigte den Zwischenfall, wollte sich aber mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht zu Einzelheiten äußern. "Wir wollen das genau aufgeklärt haben", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Verwundert sei man über die Bekanntgabe von Zwischenergebnissen durch die BFU. Der Jet mit der Kennung D-AIKJ sei nach dem Vorfall noch nicht wieder im Einsatz. Laut BFU soll ein Zwischenbericht voraussichtlich im Mai veröffentlicht werden.

Fraglich ist vor allem, warum die Besatzung von Flug LH-435 in Chicago nicht bemerkte, dass die Außenhaut des Fliegers über die Startbahn kratzte. Statt zum Ausgangsort zurückzukehren, flog die beschädigte Maschine achteinhalb Stunden bis zum geplanten Zielort. Die BFU stuft den Zwischenfall als "schwere Störung" ein. So werden bei der Bundesstelle Vorfälle bezeichnet, bei denen sich "beinahe ein Unfall ereignet hätte".

Ein Leck in der Druckkabine kann in der für Passagiermaschinen üblichen Reiseflughöhe von 11.000 Metern verheerende Folgen haben. Zur Reparatur soll der Jet später in nur 2000 Metern Höhe nach Hamburg geflogen worden sein.

rls/dpa

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