Nach Busunglück auf Madeira Luftwaffe holt verletzte deutsche Urlauber heim

Am Mittwoch war ein Bus auf der Insel Madeira verunglückt, 29 Menschen starben. Die Bundeswehr hat nun 15 verletzte Deutsche mit einem medizinisch ausgerüsteten Spezialflugzeug zurückgebracht.

Caroline Seidel/DPA

Drei Tage nach dem Busunglück auf Madeira hat die Bundeswehr damit begonnen, die verletzten Deutschen in ihre Heimat zurückzubringen: Die meisten Überlebenden des Unglücks sind am Karsamstag am frühen Abend mit einer Sondermaschine der Bundeswehr in Köln gelandet.

Die 15 transportfähigen Verletzten an Bord der Maschine stammen aus dem nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis, dem Ruhrgebiet und vom Niederrhein sowie aus Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, wie die Stadt Köln mitteilte. Der Kölner Rettungsdienst stehe mit seinen Teams und Fahrzeugen für den Weitertransport der unterschiedlich schwer Verletzten bereit.

Der "MedEvac"-Airbus der Luftwaffe war am Samstagmorgen vom Flughafen Köln-Wahn nach Madeira aufgebrochen, um die Verletzten abzuholen. Mitarbeitern der Klinik in der Inselhauptstadt Funchal zufolge war ein verletzter Deutscher bereits am Freitagabend nach Deutschland zurückgekehrt.

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Unfall auf Madeira: Das Unglück von Caniço

Eine Deutsche sei noch nicht transportfähig und müsse vorerst in der Klinik Dr. Nélio Mendonça in Funchal bleiben, zitierten portugiesische Medien die Behörden. Aus "medizinischen Gründen" habe sie keine Erlaubnis für die Heimreise. Auch der Fahrer des Busses und die Reiseleiterin, beides Portugiesen, liegen demnach im Krankenhaus.

Bei dem Unfall am Mittwochabend waren 29 Menschen getötet und 27 verletzt worden. Die Urlauber wollten am Mittwoch vom Hotel Quinta Splendida im östlich der Inselhauptstadt gelegenen Ort Caniço zu einem traditionellen Abendessen nach Funchal fahren. Ihr Bus fuhr eine leicht abschüssige Straße hinunter und kam in einer Kurve - nur etwa 250 Meter vom Hotel entfernt - von der Fahrbahn ab. Der Bus stürzte mehrere Meter tief und schlug in ein Haus ein.

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Die genaue Unglücksursache ist bislang nicht bekannt. Der portugiesische Fernsehsender TV RTP berichtete am Freitag, möglicherweise sei das Gaspedal blockiert gewesen und der Fahrer habe versucht, den schneller werdenden Bus zum Halten zu bringen, indem er gegen eine Mauer fuhr. Ein deutscher Überlebender des Unglücks hatte zuvor Bremsversagen vermutet. Die örtliche Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

Von deutscher Seite wurde bislang keine Opferzahl genannt - das soll erst nach Abschluss der Identifizierung geschehen. Die Leichen werden in den nächsten Tagen ebenfalls nach Deutschland gebracht.

skr/AFP/dpa

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