Nach Busunglück auf Madeira Überlebenden geht es "den Umständen entsprechend gut"

Ein Lazarettflugzeug hat die transportfähigen Verletzten nach dem Busunglück auf Madeira zurück nach Deutschland gebracht. Sie werden vorerst in einer Kölner Unfallklinik behandelt.

Caroline Seidel/DPA

Die von der Bundeswehr nach Deutschland zurückgeflogenen Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira haben die Heimreise gut verkraftet. "Den 15 Patienten geht es den Umständen entsprechend gut", teilte der Direktor der Unfallklinik in Köln-Merheim, Bertil Bouillon, am Sonntag mit. "Noch am Osterwochenende werden die ersten Patienten in Krankenhäuser in der Nähe ihrer jeweiligen Wohnorte verlegt."

Die Unfallopfer waren am Samstagabend im Krankenhaus Merheim der Kliniken Köln aufgenommen worden, nachdem sie mit einer Sondermaschine der Bundeswehr von Madeira nach Deutschland zurückgeholt worden waren. Das Krankenhaus Merheim gilt als besonders geeignet für solche Fälle, weil es über eine große Unfallstation verfügt.

Der Airbus A310 "MedEvac" ist die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. An Bord befinden sich bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlungen. Außerdem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen.

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Unfall auf Madeira: Das Unglück von Caniço

Die 15 Verletzten stammen aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, wie die Stadt Köln mitteilte. Bei dem Unglück in Madeira waren am Mittwochabend 29 Insassen des Reisebusses ums Leben gekommen, 27 erlitten Verletzungen. Die meisten Opfer kamen aus Deutschland. Die Verletzten seien von den Ärzten auf Madeira sehr gut versorgt worden, teilten die Kölner Mediziner mit.

Eine Deutsche sei noch nicht transportfähig und müsse vorerst in der Klinik Dr. Nélio Mendonça in Funchal bleiben, zitierten portugiesische Medien die Behörden. Aus "medizinischen Gründen" habe sie noch keine Erlaubnis für die Heimreise. Auch der Fahrer des Busses und die Reiseleiterin, beides Portugiesen, liegen demnach noch im Krankenhaus. Sieben Betroffene wollten nach Angaben des Reiseveranstalters Trendtours mit normalen Flügen heimkehren.

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Die Identität der 29 Getöteten war am Samstag auch nach der Autopsie weiterhin nicht abschließend geklärt. Ebenso gab es noch keine endgültigen Aussagen zur Unfallursache. Der Bus war am Mittwochabend von der Fahrbahn abgekommen, hatte sich an einem Abhang überschlagen und war auf ein Wohnhaus gestürzt.

Der Unfall ereignete sich nur wenige Minuten nachdem der Bus vom Hotel "Quinta Splendida" in dem Ort Caniço nahe Funchal abgefahren war. Als mögliche Auslöser der Katastrophe gelten entweder ein eingeklemmtes Gaspedal oder ein Bremsversagen. Jedoch wird weiterhin ermittelt.

wit/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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mirage122 21.04.2019
1. Diese Aktion ist sehr begrüssenswert.
Wie schnell und in welchem Umfang diese Massnahme gestartet wurde, hat mich doch erstaunt. Ich wusste gar nicht, dass die Bundeswehr mit dem Airbus A310 "MedEvac" über derartige großartige Möglichkeiten verfügt - und dass es zu keiner Panne gekommen ist. Genauso ist die Unterstützung der portugiesischen Regierung zu loben. Man kann nur den Verletzten die Daumen drücken, dass sie sich in der Nähe ihrer Heimat-Orte schnell wieder erholen können - wenngleich diese Urlaubserlebnisse so schnell nicht verarbeitet werden. Unser Außenminister und der Stab an Ärzten und Fachleuten haben in Windeseile und ohne viel bürokratischem Aufwand gehandelt,. Das muss man einfach mal hervor heben. Aber positive Meldungen über Heiko Maas werden irgendwie selten "gern genommen"!
mundi 27.04.2019
2. Woanders gibt es auch Ärzte
Ich musste im Klinikum in Málaga (Spanien) behandelt werden. Die fachliche Betreuung und das liebevolle Pflegepersonal ließen nie den Gedanken aufkommen, sich in ein deutsches Krankenhaus verlegen zu lassen, obwohl es wegen der Versicherung möglich wäre.
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