Fall Maddie Portugiesische Fahnder lehnen neue Ermittlungen ab

Die britische Polizei fordert neue Untersuchungen im Fall Maddie, doch die portugiesischen Behörden wollen davon nichts wissen. Es gebe keine neuen Hinweise, so die Ermittler: "Hypothesen reichen nicht aus."

Metropolitan Police/ Teri Blythe

Hamburg - Für die Eltern der verschwundenen Madeleine McCann ist es eine Enttäuschung: Auch nach einem Aufruf von Scotland Yard sieht die portugiesische Polizei keinen Grund, erneut zu ermitteln. Es gebe keine neuen Hinweise, die eine Wiederaufnahme der Ermittlungen erlaubten, sagte der Vize-Chef der Kriminalpolizei, Pedro do Carmo.

Die britische Polizei hatte am Mittwoch ein neues Phantombild des vor fünf Jahren an der Algarve verschwundenen Mädchens veröffentlicht. Es sei möglich, dass Maddie noch lebe, so Scotland Yard. "Kate und Gerry McCann begrüßen das und erkennen die Arbeit, die Scotland Yard seit einem Jahr gemacht hat, hoch an", sagte ein Sprecher der Familie der BBC.

Doch vorerst wird sich in Portugal nichts tun. "Erst dann, wenn es neue glaubwürdige Fakten gibt, kann das Verfahren neu eröffnet werden. Hypothesen reichen nicht aus", sagte Generalstaatsanwalt José Pinto Monteiro. Es habe bereits Tausende Hinweise von Menschen gegeben, die das Mädchen gesehen haben wollen, die sich als falsch herausgestellt hätten. Zudem gebe es bisher kein formales Ersuchen aus Großbritannien.

Madeleine McCann, genannt Maddie, war am 3. Mai 2007 wenige Tage vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage verschwunden. Die portugiesischen Behörden stellten die Ermittlungen in dem Fall nach 14 Monaten ergebnislos ein. Die britische Polizei hatte vor einem Jahr damit begonnen, sämtliches Beweismaterial in dem Fall erneut zu sichten. Diese Arbeit sei gerade einmal zu einem Viertel abgeschlossen.

hut/dpa/AFP



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