Spaniens Hauptstadt Ungewöhnlicher Obdachlosen-Protest in Madrid erreicht 100. Tag

Sie fordern eine "würdige und geeignete" Unterbringung: In Madrid protestieren Obdachlose seit Monaten vor Touristenattraktionen. Die Zahl von Menschen ohne festen Wohnsitz hat zuletzt deutlich zugenommen.

Obdachlosenführer "Papi" (l.) und Mitstreiter Constantin lassen sich vor einem Protestlager fotografieren
Emilio Rappold/ DPA

Obdachlosenführer "Papi" (l.) und Mitstreiter Constantin lassen sich vor einem Protestlager fotografieren


Eine ungewöhnliche Protestaktion von Dutzenden Obdachlosen hat in Madrid den 100. Tag erreicht. Die "Sintecho" hatten Mitte April vor dem Prado-Museum ein Zeltlager errichtet, um auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam zu machen. Inzwischen gibt es ein zweites Lager vor dem Rathaus der spanischen Hauptstadt.

Die Obdachlosen fordern in erster Linie die Erfüllung von Artikel 47 der Verfassung, die allen Spaniern eine "würdige und geeignete" Unterbringung garantiert. Die Zahl der Teilnehmer der Aktion wird von Woche zu Woche größer - inzwischen sind es nach Angaben der Organisatoren rund 200 mit etwa 150 Kleinzelten.

Nach einer von der Stadtverwaltung durchgeführten Zählung der auf der Straße lebenden Menschen stieg die Zahl der Obdachlosen in Madrid im vorigen Dezember um 24 Prozent auf 651.

Nach Schätzungen des katholischen Hilfswerks Caritas und von Nichtregierungsorganisationen sind es allerdings deutlich mehr: Allein 3000 Menschen haben demnach in der Hauptstadt kein Obdach. In Spanien müssen den Angaben zufolge mehr als 40.000 Menschen unter freiem Himmel schlafen.

bam/dpa

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