Italien Ärger um Sessel mit Brüsten vor dem Mailänder Dom

Mit einem gigantischen Sessel in Form eines Frauenkörpers wollte der Designer Gaetano Pesce ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen setzen. Doch an dem gesichtslosen Körper entzündet sich Kritik.

Die Installation "UP5&6" des Künstlers Gaetano Pesce vor dem Mailänder Dom
AFP

Die Installation "UP5&6" des Künstlers Gaetano Pesce vor dem Mailänder Dom


Eine Kunstinstallation vor dem Mailänder Dom sorgt für Aufregung: Der Designer Gaetano Pesce hatte zur Möbelmesse in der italienischen Stadt eine acht Meter hohe Skulptur aufgestellt, die einen Frauenkörper in Sesselform darstellt.

Gespickt ist das Kunstwerk mit zahlreichen Pfeilen, die sich in den Schoß und die Brüste bohren. Um die Installation namens "Maestà Sofferente" (Leidende Majestät) sind Wolfs-, Schlangen- und Löwenköpfe aufgestellt. Nun sorgt die provokante Darstellung für Kritik.

"Die Frau wird zum x-ten Mal als hilfloser Körper und Opfer dargestellt, ohne jemals den Verursacher der Gewalt zu benennen", kritisierte die Frauenrechtsgruppe Non una di meno. "Dem Sessel und dem Nadelkissen fehlen Kopf, Hände und alles, was die Menschlichkeit eines Wesens ausmacht."

Auf Facebook veröffentlichte die Gruppe zudem ein Video einer Protestaktion vor der Installation. Kulturminister Alberto Bonisoli erklärte dagegen, zeitgenössische Kunst müsse provokativ sein, "andernfalls ist es nicht Kunst".

Der Designer Pesce ist mit seinem aufblasbaren Sessel "Up" in den Sechzigerjahren bekannt geworden. Die Möbelmesse findet von Dienstag bis Samstag statt.

fek/dpa



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