Flug MH370
Neue Unterwassersuche nach verschollener Boeing
Mit einer aufwendigen Unterwasseraktion soll die Suche nach dem verschollenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 fortgesetzt werden. Dies bestätigte der australische Premierminister Tony Abbott bei einem Besuch in Malaysia.
Premierminister Najib Razak und Tony Abbott: "Suchen, solange es nötig ist"
Foto: MOHD RASFAN/ AFP
Kuala Lumpur - Die Jagd nach dem Jet geht weiter - "so lange, wie es nötig ist", sagte der australische Premierminister Tony Abbott jetzt bei einem Besuch in Malaysia.
Geplant sei eine intensive Unterwassersuche nach dem Passagierflugzeug der Malaysia Airlines, das am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden war. Dazu werde eine Fläche von etwa 60.000 Quadratkilometern im Indischen Ozean abgesucht, sagte Abbott.
Durch eine neue Analyse von Satellitendaten war die Größe des Suchgebiets unlängst merklich reduziert worden, auf 650 Kilometer Länge und 93 Kilometer Breite.
Von der Boeing 777, die 239 Menschen an Bord hatte, fehlt weiter jede Spur. Eine Suche zu Wasser und aus der Luft brachte bisher keinen Erfolg. Experten versuchen, den Flugverlauf von MH370 zu rekonstruieren - über Radardaten und über sogenannte Handshakes, die die Maschine mit einem Kommunikationssatelliten der Firma Inmarsat austauschte.
3D-Darstellung des Indischen Ozeans: Suchgebiet auf 60.000 Quadratkilometer eingegrenzt
Foto: Jacc/ dpa
Zwei Drittel der Passagiere stammten aus China, sechs kamen aus Australien. Der malaysischen Regierung von Ministerpräsident Najib Razak wurde immer wieder vorgeworfen, unkoordiniert und undurchsichtig bei der Suche nach dem Flugzeug vorzugehen. Jetzt leiten die Australier das schwierige Unternehmen.
Beide Staaten haben aber ein Abkommen unterzeichnet, das die Aufteilung der Kosten regelt. Die Unterwassersuche nach Flug MH370 wird mit geschätzten 48 Millionen Dollar extrem teuer.
Abbott und Najib sprachen bei ihrem Treffen am Samstag auch über Malaysia-Airlines-Flug MH17, der im Juli über der Ostukraine explodierte. Beide forderten Gerechtigkeit für die knapp 300 Menschen, die dabei getötet wurden. Unter ihnen waren auch 38 Australier.
Najib zufolge gibt es "schlüssige" Geheimdienstinformationen darüber, was genau geschah. Weitere Details nannte er nicht. Die Führung in Kiew und der Westen gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Moskau sieht die Verantwortung bei Kiew.