Malaysisches Taucherparadies Keine Spur von entführten Touristen

Von den 20 Touristen, darunter drei Deutsche, die auf einer malaysischen Ferieninsel verschleppt worden sind, fehlt jede Spur. Zu der Entführung bekannten sich philippinische Moslemrebellen. Die philippinischen Behörden äußerten allerdings Zweifel an der Erklärung der Aufständischen.


Sipadan gehört zu den schönsten Tauchgebieten der Welt
REUTERS

Sipadan gehört zu den schönsten Tauchgebieten der Welt

Kuala Lumpur - Ein Sprecher der Rebellengruppe Abu Sayyaf, Abu Ahmad, sagte in einem Interview mit dem Rundfunksender DXRZ, seine Organisation stehe hinter der Geiselnahme auf der Insel Sipadan. Ahmad drohte mit weiteren Entführungen von Ausländern für den Fall, dass zwei inhaftierte Gesinnungsgenossen in den USA nicht freigelassen würden. Es handelt sich um Ramsi Ahmed Jussef, der wegen des Bombenanschlags auf das New Yorker World Trade Center im Jahr 1993 verurteilt wurde, und Scheich Umar Abd el-Rahman, der wegen Verschwörung zu weiteren Anschlägen in New York im Gefängnis sitzt. Ferner verlangen die Entführer die Freilassung von zwei Gefangenen aus philippinischer Haft. Die Gruppierung Abu Sayyaf hat auf den Philippinen bereits im vergangenen Monat mehr als 50 Menschen entführt, 27 davon befinden sich noch in ihrer Gewalt.

Der Verteidigungsminister der Philippinen, Orlando Mercado, sagte, das Militär prüfe derzeit, ob die Gruppe Abu Sayyaf tatsächlich hinter der Geiselnahme stehe. Geheimdienstchef Jose Calimlim bezeichnete das Bekenntnis als Propaganda und Versuch der Rebellen, internationale Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Die 20 Geiseln waren am Sonntagabend von sechs schwer bewaffneten Männern am Strand von Sipadan überfallen und auf zwei Boote gebracht worden. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes handelt es sich bei den Deutschen um eine dreiköpfige Familie aus Niedersachsen. Im Auswärtigen Amt trat noch am Montagnachmittag ein Krisenstab zusammen. Ebenfalls entführt wurden nach Angaben der malaysischen Behörden zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner und eine Libanesin. Außerdem wurden neun Malaysier und ein Philippiner als Geiseln genommen, die auf der Insel arbeiteten. Zwei Amerikanern war zuvor die Flucht gelungen.



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