Chaos am Flughafen Notlandung auf Mallorca – Behörden vermuten geplante Aktion von Migranten

Ein vermeintlich kranker Passagier, eine außerplanmäßige Landung und Personen, die aufs Rollfeld laufen – die Polizei auf Mallorca hat mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Verdacht: illegale Einreise.
Polizisten am Flughafen auf Mallorca: 23 Passagiere hatten nach einer ungeplanten Zwischenlandung ihren Flieger verlassen

Polizisten am Flughafen auf Mallorca: 23 Passagiere hatten nach einer ungeplanten Zwischenlandung ihren Flieger verlassen

Foto: CATI CLADERA / EPA

Stundenlang waren am Freitagabend keine An- und Abflüge mehr auf dem Flughafen auf Mallorca möglich. Nun hat die Polizei mehrere Verantwortliche für das Chaos festgenommen. Sie hatten eine umgeleitete Passagiermaschine verlassen und waren auf dem Rollfeld herumgelaufen. Der Flughafen musste daraufhin den Betrieb vorübergehend einstellen.

Nach der Zwischenlandung wegen eines vermeintlichen medizinischen Notfalls waren 23 Passagiere auf die Landebahn gerannt, wie die Flughafenverwaltung mitteilte. Die Maschine der Air Arabia Maroc hatte auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul eine Notlandung auf Mallorca eingelegt. Doch der angeblich unter einem Diabetesschock stehende Passagier an Bord erwies sich im Krankenhaus als kerngesund.

Die Behörden gehen daher davon aus, dass es sich um eine geplante Aktion einer Gruppe von Passagieren handelte, die die Notlandung absichtlich herbeigeführt hatte, um illegal nach Spanien zu kommen. Die Polizei nahm den vermeintlich Kranken laut »El País« wegen des Verdachts der Beihilfe zur illegalen Einwanderung fest.

Dem vermeintlich Kranken droht ein Strafverfahren

Der Flughafen Son Sant Juan hatte wegen der Menschen auf dem Rollfeld am Freitagabend für mehr als drei Stunden alle Starts und Landungen gestoppt. Bis der Flugbetrieb gegen 23.30 Uhr wieder aufgenommen werden konnte, mussten 27 anfliegende Maschinen auf andere Flughäfen umgeleitet werden, nach Ibiza, Barcelona oder Valencia. 20 Starts verzögerten sich um Stunden. Betroffen waren auch mindestens zwei Flüge aus Deutschland, von denen einer nach Valencia und der andere nach Ibiza umdirigiert wurde, wie die »Mallorca Zeitung« berichtet.

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Die aus dem Flugzeug ausgestiegenen Migranten würden nun so behandelt wie Menschen, die auf kleinen Booten unter Lebensgefahr aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Spanien kommen, sagte die Polizei. Diese werden registriert und kommen in eine Erstaufnahmeeinrichtung.

Dann wird ein Verfahren zur Rückführung in das Herkunftsland eröffnet, das durch einen Antrag auf Asyl oder Gewährung von Flüchtlingsschutz gestoppt werden kann. Nur der vermeintlich Kranke müsse mit einem Strafverfahren wegen des Verdachts der Begünstigung illegaler Einreise und des Verstoßes gegen das Ausländergesetz rechnen, hieß es. Die betroffene marokkanische Maschine flog am frühen Samstagmorgen in die Türkei weiter.

asc/AFP
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