Papagei aus "Pippi Langstrumpf" Douglas muss sterben

Er kann Dutzende Wörter sprechen und sogar singen: Ein Papagei aus einem alten "Pippi-Langstrumpf"-Film fristet in einem schwedischen Zoo sein Dasein. Nun soll er eingeschläfert werden - weil sein Käfig zu klein ist.
Papagei Douglas

Papagei Douglas

Foto: DPA/ Malmö Reptil-Center

Um Worte ist Rosalinda nicht verlegen: "Du bist ein Kürbis, ein Kürbis", krächzt der dreijährige Papagei, der gemeinsam mit dem Vater von Pippi Langstrumpf im Turmverlies eingesperrt ist. Nicht, um ihm Gesellschaft zu leisten, nein, um ihn auszuspionieren. Denn Kapitän Efraim Langstrumpf, früher Schrecken der Meere, hat einen Schatz versteckt und seine Kidnapper hoffen, dass er im Traum ausplaudert, wo.

46 Jahre ist diese Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Astrid Lindgren inzwischen alt. Der Papagei, der Rosalinda spielte, heißt Douglas, ist männlich und lebt immer noch. Seinen Ruhestand verbringt er in einem kleinen Tropenhaus im schwedischen Malmö. Doch mit der Ruhe ist es jetzt vorbei, denn die Bürokratie will dem 49 Jahre alten Vogel an den Kragen.

Das schwedische Landwirtschaftsamt ist der Auffassung, dass der drei Quadratmeter große Käfig, in dem Douglas mit der gleichaltrigen Papageiendame Gojan lebt, zu klein ist. Die Vögel könnten darin nicht fliegen und bräuchten eine Voliere von mindestens 30 Quadratmetern. Wenn das nicht möglich sei, müssten die Vögel eingeschläfert werden.

"Es ist doch Quatsch, sie jetzt umzusiedeln"

Zoodirektor Frank Madsen ist verzweifelt. "So ein großer Käfig ist nur im Außengelände möglich", sagt er. "Und draußen würden die beiden erfrieren". Normalerweise werde ein Ara dieser Art nicht mehr als 28 Jahre alt. Dass Douglas nicht mehr fliegen könne, liege also nicht am mangelnden Freiraum sondern an seinem Alter. "Es ist doch Quatsch, sie jetzt umzusiedeln, wenn sie sowieso nur noch drei bis vier Jahre zu leben haben."

Die Behörden seien jedoch stur und wollten keine individuelle Betrachtung des Falles, sagt Madsen. Also hat er sich an die Presse gewandt. Als das "Skånska Dagbladet" am Donnerstag über die Todesdrohung gegen Douglas berichtet, steht im Büro des Zoodirektors das Telefon nicht mehr still. "Es haben bestimmt schon 100 Leute angerufen", sagt er am Mittag. "Aus Spanien, aus Norwegen, alle wollen Douglas retten."

"Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", beschwichtigt ein Sprecher des Landwirtschaftsamtes. "Wir suchen nach Alternativen."

Madsen würde Douglas am liebsten behalten, denn neben den Spinnen, Schlangen und Krokodilen sei der Papagei aufgrund seiner Karriere beim Film die Attraktion des kleinen Reptilienzoos. Sein Schauspielertalent sei auch heute noch bemerkbar. Er höre gut auf Anweisungen, könne 50 Wörter sprechen und sogar singen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Douglas in Schweden Probleme hat. 2003 wollten ihn die Behörden schon einmal töten, weil er nicht die nötigen Herkunftspapiere hatte. 50.000 Menschen hatten damals mit einer Unterschriftenaktion dagegen protestiert, darunter auch die Pippi Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson. Erst als der erste Besitzer nachweisen konnte, dass er den Papagei 1967 aus Brasilien legal importierte, ließ man ihn am Leben.

Sigrid Harms, dpa/gam
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