Beispiellose Aktion US-Rehazentren päppeln Seekühe aus Florida auf

Den Tieren droht der Hungertod: Die Seekühe aus Florida leiden unter fehlendem Seegras. Nun soll ihnen geholfen werden – unter anderem mit Salat.
Eine junge und eine ausgewachsene Seekuh in Florida

Eine junge und eine ausgewachsene Seekuh in Florida

Foto: Rebecca Blackwell / AP

Es ist Teil einer beispiellosen Aktion zur Rettung der Seekühe aus Florida. Mehr als 80 der Tiere befinden sich derzeit in Rehazentren verschiedener Bundesstaaten, um wieder aufgepäppelt zu werden. Das teilte die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission und der U.S. Fish and Wildlife Service am Mittwoch mit.

Der Staat hat nach offiziellen Angaben etwa 1,2 Millionen Dollar für die Behandlungsmaßnahmen bereitgestellt, der Rest der Kosten wird von Einrichtungen wie SeaWorld in Orlando getragen.

2021 starben mehr als 1100 Seekühe

Das Sterben der Seekühe an der Ostküste Floridas geht dennoch weiter. Das Seegras, von dem sich die Tiere normalerweise im Winter ernähren, wird immer weniger – vor allem wegen verschmutzen Wassers.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 1100 Todesfälle von Seekühen registriert, die meisten sollen auf Verhungern zurückzuführen sein. Dieser Wert liegt deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt von etwa 625 Todesfällen. Im Jahr 2022 wurden bis zur vergangenen Woche 326 Todesfälle verzeichnet. Nur sieben wurden durch Kollisionen mit Booten verursacht, wie aus den Statistiken der staatlichen Wildtierkommission hervorgeht.

»Dies ist ein kleiner Sieg für uns«

Um sie vor dem Verhungern zu retten, läuft außerdem ein experimentelles Fütterungsprogramm für die Seekühe, die noch nicht in ein Rehazentrum mussten. Bei einem Kraftwerk, in dessen Nähe sie sich im Bereich des Warmwasserabflusses gern aufhalten, werden sie mit Salat gefüttert.

Die Organisatoren zeigen sich zufrieden: »Alles in allem betrachten wir diese Rettungsaktionen als erfolgreich. Dies ist ein kleiner Sieg für uns«, sagte Andy Garrett, Koordinator für die Rettung von Seekühen bei der staatlichen Wildtierkommission.

Das bevorstehende wärmere Wetter bedeute jedoch nicht, dass das Problem gelöst ist – viele Tiere benötigten langfristigere Behandlungen.

Schätzungen zufolge leben etwa 8800 Seekühe in Floridas Gewässern. Das ist eine große Verbesserung gegenüber den etwa 2000 Tieren in den 1990er-Jahren.

bbr/AP
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