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Gestorben Marc Lanegan, 57

aus DER SPIEGEL 9/2022
Foto:

Isabel Schiffler / Jazzarchiv / picture alliance

Er war der Sänger einer der einflussreichsten US-Rockbands der Achtziger- und Neunzigerjahre, aber bewegungsintensives Bühnengebaren war ihm fremd. Bei Auftritten seiner Screaming Trees hielt sich Mark Lanegan am Mikroständer fest, das Gesicht verbarg er oft hinter der rotblonden Mähne – sein rauer Bariton war Sensation genug. Während seine Mitmusiker harten psychedelischen Rock spielten, sang Lanegan über Grenzerfahrungen durch Drogen aller Art. Viele Songs fußten wohl auf eigenen Erfahrungen. Schon im Alter von zwölf Jahren soll er nach eigenen Aussagen mit dem Trinken angefangen haben, später kam Heroin dazu, eine Zeit lang lebte er als Junkie auf der Straße. Lanegan hatte die Screaming Trees 1984 mitgegründet, die Band gehörte zur ersten Welle von Künstlern aus dem Nordwesten der USA, deren Musik unter dem Schlagwort Grunge zum globalen Popphänomen wurde. Spätere Stars des Genres wie Nirvana oder Alice in Chains wurden von Lanegan inspiriert – mit vielen spielte er zusammen. Schon an seinem ersten Solo­album, veröffentlicht 1990, haben Kurt Cobain und Krist Novoselic von Nirvana mitgewirkt. Zu seinem ersten Entzug wurde Lanegan von der Cobain-Witwe Courtney Love überredet. Bei einem Rückfall im Jahr 2004 wäre er beinahe ums Leben gekommen, danach arbeitete er umso besessener. Bereits im Frühjahr 2021 war Lanegan an Covid-19 erkrankt und lag für längere Zeit im Koma. Über diese Zeit schrieb er das Buch »Devil in a Coma«. Mark Lanegan starb am 22. Februar in Killarney, Irland.

CBU
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