Bulgarien Sieben Geschwister von Maria in staatliche Obhut genommen

Der Fall Maria dürfte die Behörden noch einige Zeit beschäftigen: Bulgarien fordert die Rückgabe des Kindes, das in einem griechischen Roma-Lager entdeckt wurde. Inzwischen befinden sich auch sieben Geschwister des Mädchens in staatlicher Obhut.
Fall Maria: Leibliche Eltern leben in in einem Roma-Lager in der bulgarischen Stadt Nikolajewo

Fall Maria: Leibliche Eltern leben in in einem Roma-Lager in der bulgarischen Stadt Nikolajewo

Foto: DPA/GREEK POLICE

Hamburg - Die bulgarische Kinderschutzbehörde hat sieben minderjährige Geschwister des in Griechenland entdeckten Roma-Mädchens Maria in staatliche Obhut genommen. Die Eltern sollen jedoch regelmäßigen Kontakt zu den Kindern behalten. "Wenn die Eltern die angemessene Verantwortung übernehmen können", sollen die sieben Mädchen und Jungen auch wieder zu ihnen zurückkehren können, teilte die Behörde in Sofia mit.

Maria war in einem Roma-Lager in Griechenland entdeckt worden, die Vierjährige fiel der Polizei wegen ihrer blonden Haare auf. DNA-Tests bestätigten, dass es sich bei dem griechischen Roma-Paar, bei dem sie lebte, nicht um die Eltern handelte. Bei einer Fahndung wurden die leiblichen Eltern Saschka und Atanas R. ermittelt.

Das Paar lebt in einem Roma-Lager in der bulgarischen Stadt Nikolajewo und hat außer Maria insgesamt neun weitere Kinder, von denen fünf ebenfalls blond sind. Durch die Affäre richtete sich das Augenmerk auch auf die ärmlichen Lebensumstände der Familie in dem Lager, vor allem das Schicksal der minderjährigen Kinder.

Das Ringen um das Schicksal Marias wird nach Auskunft einer griechischen Anwältin vermutlich noch lange weitergehen. "Es könnte Monate dauern", sagte die Rechtsanwältin Marietta Palavra-Zafiriou. Die Juristin vertritt das griechische Roma-Paar, bei dem die ungefähr Fünfjährige Mitte Oktober gefunden wurde.

Die leiblichen Eltern wollen Maria zurückhaben. Diesen Anspruch haben jedoch auch die selbsternannten Zieheltern in Griechenland. Bulgarien und Griechenland haben sich in den Fall eingeschaltet: Die bulgarischen Behörden fordern die Rückgabe des Kindes an den bulgarischen Staat. Die griechische Justiz will in den kommenden Tagen entscheiden, ob das Kind in Griechenland bleibt. Zurzeit ist die kleine Maria in Obhut einer Kinderhilfsorganisation bei Athen.

wit/AFP/dpa
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