Marktl am Inn Benedikts Geburtshaus soll Museum werden

Gerade einmal die ersten beiden Jahre seines Lebens hat Joseph Ratzinger in Marktl am Inn verbracht. Nicht viel zeugt von dieser Zeit. Dennoch wollen die Marktler jetzt das Geburtshaus des Papstes zum Museum machen. Immerhin: Zwei Exponate hätte die Gemeinde aufzubieten.


Ratzinger-Geburtshaus in Marktl: Kein Kitsch und Ramsch
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Ratzinger-Geburtshaus in Marktl: Kein Kitsch und Ramsch

München - Wie Bürgermeister Hubert Gschwendtner (SDP) heute mitteilte, hat der Gemeinderat gestern Abend ein Mitspracherecht beim Nutzungsplan des Hauses beschlossen. Über ihren Einfluss auf den Bebauungsplan für den Ortskern, der derzeit aufgestellt werde, wolle die Gemeinde sich bestimmte Entwicklungschancen für die Zukunft offen halten.

Dem Beschluss nach muss eine Nutzungsänderung für das Papst-Geburtshaus über die Gemeinde laufen. Vorgesehen sei ein Museum nach Möglichkeit in öffentlich-rechtlicher Hand. Es solle verhindert werden, dass das Haus "total vermarktet" wird. "Es wäre schlimm, wenn dort Kitsch und Ramsch verkauft würden", sagte der Bürgermeister. Marktl lasse sich bei der Gestaltung des Museums "von höchster kirchlicher Stelle beraten".

Hausbesitzerin Claudia Dandl hatte vor sieben Wochen den Verkauf des Gebäudes aus dem Jahr 1745 angekündigt, um ihre Privatsphäre zurückgewinnen. Aufgrund des Besucheransturms sei ein normaler Alltag mit ihren beiden Kindern nicht mehr möglich, beklagte sie. Inzwischen sollen sich bereits viele Kaufinteressenten gemeldet haben - darunter angeblich auch Ölscheichs.



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