Umstrittene Trauung Söder empfiehlt Lindner den Wiedereintritt in die Kirche

Seit seinem 18. Lebensjahr ist Finanzminister Lindner kein Kirchenmitglied mehr – von einer Hochzeit mit christlichem Beistand hielt ihn das aber nicht ab. Jetzt stichelt CSU-Chef Söder gegen den FDP-Chef.
Christian Lindner (l.), Olaf Scholz und Markus Söder (r.) im Juni

Christian Lindner (l.), Olaf Scholz und Markus Söder (r.) im Juni

Foto: IMAGO

Christian Lindner und Franca Lehfeldt feierten auf Sylt eine pompöse Hochzeit inklusive kirchlicher Trauung – dabei sind Berichten zufolge weder der Finanzminister noch die Journalistin Mitglieder einer Kirche. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stichelt deshalb gegen Linder: Söder findet, die Hochzeit sei ein guter Anlass, sich zum Glauben zu bekennen.

»Offenkundig hat die Trauung in der Kirche beiden sehr gefallen«, sagte Söder der »Bild am Sonntag«. »Vielleicht ist das ein guter Moment, wieder in die Kirche einzutreten«, fügte der CSU-Chef hinzu. »Das wäre ein großartiges Signal für den Glauben in diesen Zeiten.« Er gratulierte Lindner und Lehfeldt zur Hochzeit und wünschte ihnen »alles Glück dieser Welt«.

Laut Käßmann soll Kirche keine »Kulisse« sein

Lindner hatte kürzlich in einem Interview mit dem evangelischen Magazin »Chrismon« bestätigt, dass er mit 18 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten sei. Auch Lehfeldt soll kein Kirchenmitglied sein. Eine Trauung in Weiß, ohne Kirchensteuer zu zahlen – das stieß vielen Kritikern auf.

»Weshalb wünschen zwei Menschen eine kirchliche Trauung, die bewusst aus der Kirche ausgetreten sind, ja öffentlich erklärt haben, dass sie sich nicht als Christen verstehen?«, schrieb Margot Käßmann, die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, in einer Kolumne für die »Bild am Sonntag«. Die Kirche sollte sich nicht als »Kulisse« hergeben.

Lindner hatte »Chrismon« dagegen gesagt, ein Kirchenaustritt bedeute nicht, »aus jeder Form der Spiritualität auszutreten.« Er verwies darauf, dass er bei seiner Vereidigung als Minister die religiöse Eidesformel verwendet habe.

kko/AFP
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