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Söder besucht Unglücksort »Wir beten, dass wir keine weiteren Toten finden«

Nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen ist Bayerns Ministerpräsident Söder zur Unfallstelle gereist. Zwei große Kräne sollen die im Graben liegenden Waggons anheben. Laut Polizei ist die Bergung »kompliziert und gefährlich«.
Markus Söder (CSU) am Unglücksort: »Stich ins Herz«

Markus Söder (CSU) am Unglücksort: »Stich ins Herz«

Foto: Angelika Warmuth / picture alliance / dpa

Nach dem schweren Zugunglück in Oberbayern hat am Samstagvormittag der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Unfallort besucht. »Wir beten und hoffen sehr, dass wir unter den Waggons keine weiteren Toten finden«, sagte Söder. Das sei »das Wichtigste«.

Bei dem Zugunglück am Freitag waren drei Waggons auf die Seite gestürzt. Mindestens vier Menschen wurden getötet, 40 weitere verletzt – nach Angaben der Polizei vom Samstag drei von ihnen schwer.

Söder sagte: »Noch gelten Menschen als vermisst.« Er rief Betroffene des Unglücks und Angehörige auf, sich schnell bei der Polizei zu melden. Ein Polizeisprecher sprach von rund zehn vermissten Personen. Die Lage sei dynamisch.

Nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) handelt es sich bei den bisher bekannten Todesopfern um »erwachsene Frauen«, Kinder seien keine darunter. Hermann sagte im Bayerischen Rundfunk, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich unter den umgekippten Waggons noch Tote befinden. »Der Waggon, der völlig verschrottet ist, muss auf die danebenliegende Bundesstraße gehoben werden, aber bislang ist das noch nicht gelungen.«

»Stich ins Herz«

Zwei große Kräne, die aus München gebracht wurden, sollen die im Graben liegenden Waggons anheben. Das sei »kompliziert und gefährlich«, sagte der Polizeisprecher. Die Waggons stünden nach dem Unfall »unter hoher Spannung«, es gehe darum, Helfer nicht in Gefahr zu bringen. Die Bergung könne bis in die späten Abendstunden dauern.

Nach Polizeiangaben sind am Samstag rund 300 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz im Einsatz. »Die Waggons sind ineinander verkeilt, und wir hoffen, wir können sie mithilfe der Kräne auseinanderziehen«, erklärte der Polizeisprecher. Die Suche nach der Unfallursache könne noch Wochen oder sogar Monate dauern.

Söder sagte, das Unglück habe ihm einen »Stich ins Herz« versetzt. Jetzt müsse ermittelt werden, was die Ursache sei. Söder dankte den Einsatzkräften vor Ort für ihre schnelle und hochprofessionelle Hilfe.

Ein von Garmisch-Partenkirchen in Richtung München fahrender Regionalzug war Freitagmittag aus zunächst unbekannten Gründen bei Burgrain entgleist, mehrere Waggons stürzten auf die Seite. Die Polizei geht bisher von einer technischen Störung aus. Das Unglück ereignete sich am letzten Tag vor den Pfingstferien in Bayern. Im Zug waren auch viele Schülerinnen und Schüler.

Am Mittag wollen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Bahn-Chef Richard Lutz den Unglücksort besichtigen.

hej/kry/stk/AFP