Marokko Einstürzendes Minarett begräbt Dutzende Menschen

In Marokko ist das Minarett einer vollbesetzten Moschee zusammengestürzt. Mehr als 30 Gläubige kamen ums Leben, mehr als 70 wurden schwer verletzt. Helfer gruben mit bloßen Händen nach Verschütteten - tagelange Regenfälle hatten die Mauern des Gebäudes aufgeweicht.


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Minarett-Einsturz: Katastrophe während des Freitagsgebets
Rabat - Mitten während des Freitagsgebets sind in der marokkanischen Stadt Meknes das Minarett einer Moschee und Teile des Daches eingestürzt und haben die betende Gemeinde unter sich begraben. Das Unglück geschah um die Mittagszeit. Mindestens 36 Menschen kamen ums Leben, mindestens 71 wurden verletzt, meldet die staatliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP.

"Das Minarett und ein Teil des Daches fielen auf die Gemeindemitglieder", zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Einwohner der Stadt. In der schwer zugänglichen Altstadt graben die Menschen mit Schaufeln und teils mit bloßen Händen nach Verschütteten. Tagelange heftige Regenfälle sollen den Lehmbau aus dem späten 17. Jahrhundert aufgeweicht und so zu dem Einsturz geführt haben, melden die lokalen Behörden.

Das Unglück ereignete sich in der Moschee Bab Berdieyinne im Norden der Altstadt, meldet das marokkanische Innenministerium. Meknes ist eine der vier marokkanischen Königsstädte, der historische Stadtkern von Meknes gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

König Mohammed VI. entsandte die Minister für Inneres und religiöse Angelegenheiten an den Unglücksort. Meknes liegt 120 Kilometer östlicher der Hauptstadt Rabat in Zentral-Marokko und hat eine halbe Million Einwohner.

Der König ordnete den Wiederaufbau der Moschee an. Das Gotteshaus stammt aus der Zeit der Regentschaft von Sultan Mulai Ismail. Damals war Meknes die Hauptstadt Marokkos.

cht/AP/AFP

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