Drohende Umweltkatastrophe Frachtschiff vor Mauritius verliert Öl

Der Inselstaat Mauritius ist für seine weißen Strände und kristallklares Meer bekannt. Nun droht den Urlaubsinseln eine Umweltkatastrophe: Ein Frachter ist auf Grund gelaufen.
Der havarierte Frachter "Wakashio"

Der havarierte Frachter "Wakashio"

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DEV RAMKHELAWON/ AFP

Ein vor der Küste des Inselstaats Mauritius auf Grund gelaufener Frachter hat ein Ölleck. Das vor rund zwei Wochen havarierte Schiff "Wakashio" verliere nun größere Mengen der Chemikalie, sagte die Exekutivdirektorin der Mauritian Wildlife Foundation, Deborah de Chazal. Bislang sei rund ein Viertel der 4000 Tonnen Öl ausgelaufen. Man befürchte eine Umweltkatastrophe, sagte sie. "Wir sind sehr besorgt über die Auswirkungen des Ölaustritts auf Meeres- und andere Ökosysteme."

Es seien bereits Sperren eingerichtet worden, um das Öl in der Nähe des Wracks einzudämmen und einige wichtige Orte, wie einen nahe gelegenen Marinepark, zu schützen, sagte de Chazal. Es komme Hilfe aus dem Ausland, denn der für seine weißen Strände und kristallklares Meer bekannte Staat habe nicht genug Ausrüstung, um die Ölkatastrophe allein zu bewältigen. Auch werde überlegt, ob das übrige Öl aus dem Frachter gepumpt werden könne, sagte sie.

Bei einem Treffen am Freitag wollte das Umweltministerium zusammen mit Organisationen einen Plan erarbeiten, wie das Öl beseitigt werden könne, berichtete die örtliche Zeitung "L'Express ". Dazu werden auch freiwillige Helfer benötigt. Auch die Mauritian Wildlife Foundation wird nach eigenen Angaben helfen.

Tiere und Mangrovenwälder in Gefahr

Sorgen über Auswirkungen auf die Umwelt sind auf der Insel groß. Dort leben etliche vom Aussterben bedrohte und stark gefährdete Tiere. Man sei auch sehr besorgt über die vom Öl ausgehenden Dämpfe, sagte de Chazal. Auch seien die Mangrovenwälder entlang der Küste gefährdet, ebenso Meereslebewesen, etwa Fische, Korallen und Seevögel.

Der Frachter Wakashio war bei Pointe d'Esny an der Ostküste der Hauptinsel Mauritius auf Grund gegangen, nahe dem Ort Mahébourg. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar. Laut der Website Marine Traffic  fuhr der Frachter unter der Flagge Panamas und war unterwegs nach Tubarão in Brasilien.

Der Inselstaat Mauritius gilt als Urlaubsparadies, allerdings ist er stark von den Folgen des Klimawandels bedroht - wie etwa Wirbelstürmen und einem steigenden Meeresspiegel. Die einstige französische und britische Kolonie Mauritius mit rund 1,3 Millionen Einwohnern liegt vor Madagaskar im Indischen Ozean.

apr/dpa
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