Drohende Ölkatastrophe Mauritius ruft Umweltnotstand aus

Dem Inselstaat Mauritius droht eine Katastrophe. Ein Frachter vor der Küste verliert Öl, die Regierung hat den Umweltnotstand ausgerufen. Frankreich eilt zur Hilfe.
Frachter vor Mauritius: "Muss dringend gehandelt werden"

Frachter vor Mauritius: "Muss dringend gehandelt werden"

Foto: Georges de La Tremoille/ AP

Mauritius hat wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers vor seiner Küste den Umweltnotstand ausgerufen. Regierungschef Pravind Jugnauth bat Frankreich bei der Bekämpfung der drohenden Umweltkatastrophe um Hilfe. "Unser Land verfügt nicht über die Fähigkeiten und das Fachwissen, um gestrandete Schiffe wieder flottzumachen", schrieb er auf Twitter.

Der Frachter "Wakashio", der einer japanischen Firma gehört und unter panamaischer Flagge fährt, war am 25. Juli mit rund 4000 Tonnen Treibstoff an Bord vor der Südostküste des Inselstaats auf Grund gelaufen. Die 20 Besatzungsmitglieder konnten in Sicherheit gebracht werden. Aus einem Leck in der Bordwand läuft derzeit jedoch ungehindert Öl ins Meer.

Umweltschützer befürchten eine Katastrophe, die Unfallstelle liegt in der Nähe von zwei Naturschutzgebieten. Das Öl droht die Korallenriffe, Lagunen und weißen Sandstrände zu verschmutzen, für die Mauritius als Touristenziel berühmt ist. Auf Luftaufnahmen war zu sehen, dass bereits weite Teile des türkisblauen Wassers dunkel gefärbt sind.

"Ich befürchte, dass es schlimmer wird"

Bislang sei erst ein Tank des auf Grund gelaufenen Frachters gerissen, sagte Vikash Tatayah von der Mauritian Wildlife Foundation (MWF), der bei der Bewältigung der Krise hilft. Es könne aber zu weiteren Rissen und größeren Ölaustritten kommen. "Ich befürchte, dass es schlimmer wird." Wegen des Umweltnotstands bekommt der Inselstaat im Indischen Ozean Hilfe aus dem Ausland. 

Laut einem Sprecher der japanischen Reederei Mitsui OSK Lines wurde versucht, das Öl mit einem Hubschrauber von dem Frachter zu bergen. Schlechtes Wetter behindere die Arbeiten jedoch, sagte der Sprecher. Das Unternehmen habe zudem versucht, ein Ausbreiten des Öls durch Sperren im Wasser zu verhindern. Wegen des starken Seegangs "funktioniert das aber nicht gut".

Macron schickt Hilfe

Frankreich schickte am Samstag von der Nachbarinsel La Réunion aus Experten und Ausrüstung zur Eindämmung der Umweltverschmutzung. "Wenn die Biodiversität in Gefahr ist, muss dringend gehandelt werden", schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Twitter.

Der Inselstaat Mauritius im Indischen Ozean ist für seine malerischen Strände berühmt. Er ist in hohem Maße abhängig von seinen Küstengebieten - nicht nur wegen des Fischfangs, sondern auch weil die Korallenriffe zu den schönsten weltweit zählen und viele Touristen anlocken.

rwi/afp/dpa
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