Tourismus-Megaprojekt Milliardär Carlos Slim erhält Auftrag für Abschnitt von umstrittenem Maya-Zug

Von den Stränden Cancúns bis zu den Maya-Stätten im Dschungel: Eine neue Bahnstrecke in Mexiko soll den Tourismus stärken. Nun steigt einer der reichsten Menschen der Welt in das Projekt ein.
Die weißen Sandstränden von Cancún liegen auch an der Strecke des neuen Maya-Zugs

Die weißen Sandstränden von Cancún liegen auch an der Strecke des neuen Maya-Zugs

Foto: A_Melnyk/ Getty Images/iStockphoto

Ein Unternehmen des reichsten Bürger Mexikos hat den Auftrag für den zweiten Abschnitt des umstrittenen Milliardenprojekts "Tren-Maya" bekommen: Für rund 18,6 Milliarden Peso (etwa 710 Millionen Euro) soll das Unternehmen von Carlos Slim einen 235 Kilometer langen Abschnitt der Bahnstrecke in Mexiko bauen.

Seine Firma Carso Infraestructura y Construcción wird dafür mit dem spanischen Unternehmen FCC zusammenarbeiten. Das teilte der Nationale Fonds zur Förderung des Tourismus am Donnerstag mit.

Carlos Slim gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Das US-Magazin "Forbes" schätzte das Vermögen des 80-jährigen Telekom-Tycoons zuletzt auf 49,5 Milliarden Dollar (rund 45,6 Milliarden Euro).

Carlos Slim gehört zu den reichsten Menschen der Welt

Carlos Slim gehört zu den reichsten Menschen der Welt

Foto: Eduardo Verdugo/ AP

Der Maya-Zug soll ab 2024 eine Strecke von rund 1500 Kilometern, größtenteils auf der Halbinsel Yucatán, abfahren und pro Jahr rund drei Millionen Touristen transportieren. Insgesamt sind 15 Haltestellen geplant: von den weißen Sandstränden in Cancún bis zu den archäologischen Ausgrabungsstätten von Palenque und Chichén Itzá. (Lesen Sie hier mehr über das Projekt: 1525 Kilometer, 15 Haltestellen - und viel Ärger)

An der Strecke sollen neue Hotels und Dörfer entstehen. Bauern, die ihr Land für den Bau zur Verfügung stellen, werden Partner des Projekts. Das Mammut-Projekt ist eines der wichtigsten Vorhaben des seit knapp eineinhalb Jahren regierenden mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador.

Fotostrecke

Zu den Maya-Stätten in Mexiko: Ein Zug wird kommen

Foto: M Swiet Productions/ Getty Images

Auch Güterzüge und normale Personenzüge werden den Plänen zufolge das neue Schienennetz nutzen. Die mexikanische Regierung rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 140 Milliarden Peso (rund 5,4 Mrd Euro). Der Auftrag für den ersten der insgesamt sieben Streckenabschnitte war vor einer Woche für 15,5 Milliarden Peso an ein portugiesisch-chinesisches Konsortium gegangen.

Das Projekt soll den Tourismus im recht armen Südosten des Landes ankurbeln. Wegen schwerer Eingriffe in die Natur haben allerdings mehrere Umweltschutzgruppen und Vertreter der indigenen Gemeinschaften in der Region den Bau des Schienennetzes kritisiert.

Für Unmut sorgte zudem, dass López Obrador dieses und andere teure Infrastrukturprojekte trotz der Belastung der Wirtschaft durch die Coronakrise vorantreibt. "Die vorrangigen Projekte der Regierung Mexikos werden als Mittel weitergeführt, um die wirtschaftlichen Konsequenzen von Covid-19 zu mindern", hieß es vom staatlichen Tourismusfonds. (Lesen Sie hier mehr über López Obrado und seine Asylpolitik : Trumps Türsteher)

sen/dpa