Italienisches Mittelmeer Mehr als 800 Flüchtlinge aus Afrika aufgegriffen

In der Nacht zum Freitag hat die italienische Marine und Küstenwache erneut Hunderte Bootsflüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen. Mehr als 300 Menschen gerieten vor Lampedusa in Seenot.

Rom - Mehr als 800 Bootsflüchtlinge aus Afrika sind in der Nacht zum Freitag vor der italienischen Küste im Mittelmeer aufgegriffen worden. Zwei Schiffe der italienischen Kriegsmarine haben etwa 400 Menschen aufgenommen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Weitere 250 Flüchtlinge seien vor Lampedusa an Bord von zwei Schnellbooten der Küstenwache gegangen. Sie waren vor der Insel in Seenot geraten. Ein Patrouillenboot der Küstenwache habe 95 Menschen aus Eritrea südöstlich vor Lampedusa aufgegriffen. Weitere 80 Flüchtlinge sind von einem Handelsschiff gerettet worden. Ihr Boot war südlich von Lampedusa in Schwierigkeiten geraten. Die Einsatzkräfte brachten einige der geretteten Flüchtlinge vorerst auf die Insel. Die anderen Menschen sollten an anderen Orte untergebracht werden, wie Ansa berichtete.

Erst Anfang des Monats waren bei der Havarie eines Flüchtlingsbootes 360 Menschen ertrunken. Rund 440 Flüchtlingen hatten sich auf einem Holzboot gedrängt. Viele von ihnen kamen aus Somalia und Eritrea. Wenige Tage war erneut ein Schiff mit Flüchtlingen aus Afrika gesunken. An Bord waren Hunderte Menschen, mehr als 30 starben.

Erst vor anderthalb Wochen hatten Einsatzkräfte mehr als 400 Menschen im Mittelmeer gerettet und nach Lampedusa oder Sizilien gebracht. Die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer sind an diesem Freitag auch ein Thema auf dem EU-Gipfel in Brüssel.

kha/dpa
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