Mehrere Tote Bombe zerfetzt Reisebus auf den Philippinen

Auf den Philippinen sind bei einem Bombenanschlag auf einen vollbesetzten Bus mindestens neun Menschen getötet worden, weitere wurden verletzt. Polizei und Armee verdächtigen eine Verbrecherbande, die Schutzgeld von Unternehmen erpresst.


Manila - Der Sprengsatz explodierte während der Fahrt auf einer Schnellstraße in der Provinz North Cotabato im terrorgeplagten Süden der Philippinen. Der Bus mit mehr als 50 Passagieren hatte kurz vorher in der Stadt Matalam rund 930 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila Halt gemacht. Dabei müsse der Täter die Bombe deponiert haben, sagte ein Armeesprecher.

Die Bombe explodierte im Gepäckfach im hinteren Teil des Busses, dabei wurde das Dach des Fahrzeugs aufgerissen. Mindestens neun Menschen starben, zehn weitere wurden nach Behördenangaben mit Verletzungen in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht.

Militärsprecher Oberstleutnant Randolph Cabangbang erklärte, es werde vermutet, dass die Al-Khobar-Bande hinter der Explosion stecke. Die Bande, der Kriminelle und ehemalige muslimische Extremisten angehören, soll schon früher Bombenanschläge auf Unternehmen verübt haben, die sich weigerten, Schutzgeld zu zahlen. "Das Unternehmen hat seit geraumer Zeit Erpresserbriefe von bewaffneten Banden bekommen, die in der Region aktiv sind", sagte Cabangbang.

Al-Khobar steht in den USA auf der Liste der weltweiten Terrororganisationen. Im Süden der überwiegend katholischen Philippinen kämpfen seit Jahrzehnten auch muslimische Rebellen. Im April vergangenen Jahres wurden bei zwei Explosionen sechs Menschen verletzt, im Februar des gleichen Jahres wurden bei einem Anschlag auf ein Busterminal fünf Menschen getötet.

In Manila ging am Donnerstag bei der Börse eine Bombendrohung ein. Der Handel wurde eingestellt, um das 36-stöckige Gebäude zu durchsuchen. Die Polizei fand aber keinen Sprengstoff.

siu/dpa/dapd

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