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MOBILES LEBEN Meine Frau, mein Haus, mein Auto

aus DER SPIEGEL 4/2004

Robert Baller, 40 Jahre alt, Vater, Ehemann, Halter eines Hundes, wohnt in einem Vorort Sacramentos in Kalifornien. In seinem Haus leben zwei Menschen, die einen Führerschein besitzen. Baller selbst und seine Frau. Sie teilen sich drei Autos, einen Honda Civic, einen Toyota Minivan, einen sportlichen Nissan 350Z - und diese Tatsache verwandelt Baller, den Durchschnittsamerikaner, in einen Trendsetter. Das US-Verkehrsministerium stellte vor kurzem fest, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika die Zahl der Autos die Zahl der Führerscheinbesitzer übersteigt. Im Vergleich zu 1999 stieg die Zahl der Drittwagen um 27 Prozent. Käufer sind vor allem Menschen wie Baller, Mitglieder der Babyboomer-Generation, die gut verdienen und für die Autos noch Statussymbole sind, Vehikel zur Flucht aus dem Alltag. Die Sehnsucht nach mehr Autos verwandelt mittlerweile Amerikas Vororte. Nach Angaben der US-Hausbau-Gesellschaft wird jeder fünfte Neubau mit einer Dreiergarage geplant. »Häuser, die von Garagen geschluckt werden, sind die perfekte Metapher für die Stellung des Automobils in Amerika«, urteilt Robert Thompson, Kulturexperte an der Universität von Syracuse.

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