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24. Juni 2013, 12:30 Uhr

Mermaid Parade auf Coney Island

Blau-grün auf der Surf Avenue

Leicht bekleidete Meeresgestalten zwischen Achterbahnen und Aquarium: willkommen bei der Mermaid Parade auf Coney Island. Hunderttausende feierten mit dem Umzug den Sommerbeginn - obwohl das nach Wirbelsturm "Sandy" lange Zeit nicht denkbar war.

New York - Piraten, Tintenfische, Seemänner, Meerjungfrauen mit Muschel-BHs, dazu Musik und Festwagen - was aussieht wie eine Mischung aus Christopher Street Day und Kölner Karneval, ist die jährliche Mermaid Parade auf Coney Island. Mit der Meerjungfrauen-Parade feierten Hunderttausende auf der Freizeitpark-Insel vor New York den Sommerbeginn.

1983 riefen Künstler die durchgeknallte Meeresparade ins Leben. Unpolitisch und unreligiös sollte sie sein. Jeder sollte mitmachen können. Heute gilt der Umzug als größte Kunstparade der Welt.

Noch nie sei es so wichtig gewesen, dass die verkleideten Massen über die Surf Avenue ziehen, sagte ein Anwohner. Wegen der moralischen Unterstützung. Denn beinahe hätte die Meeresparade in diesem Jahr nicht stattgefunden.

Als der Sturm "Sandy" vergangenen Oktober über Coney Island hinwegzog, hätte sich die Freizeitparkinsel tatsächlich fast in Atlantis verwandelt. Hunderte Häuser und Geschäfte wurden überflutet. Viele Attraktionen, darunter das Aquarium, waren schwer beschädigt. Paradegründer Dick Zigun hatte daraufhin im Internet zu Spenden aufgerufen und 100.000 Dollar gesammelt. Die Cyclone-Achterbahn, das Wahrzeichen der Coney-Island-Kirmes, konnte bereits wieder geöffnet werden.

Offenbar hat die Meerjungfrauenparade ihren Zweck erfüllt. "Von der Energie her möchte man meinen, "Sandy" sei niemals hier durchgekommen", sagte eine Teilnehmerin.

gam/AP

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