Kölner Erzbischof Ministranten drehen Woelki bei Messe in Rom den Rücken zu

Klarer kann man seine Missbilligung nicht zeigen: Während Kardinal Woelki in Rom eine Messe zelebrierte, drehten Dutzende Ministranten sich um. Der Erzbischof sagte, Jesus habe den Menschen nie den Rücken gekehrt.
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki während einer Vesper in der Kölner Basilika St. Aposteln

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki während einer Vesper in der Kölner Basilika St. Aposteln

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Bei einem Gottesdienst des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki in Rom haben Ministranten protestiert. Während der Erzbischof am Montagabend in einer Basilika vor fast 2000 Messdienern aus seiner Diözese die Predigt hielt, drehten sich viele Dutzend von ihnen um und kehrten Woelki den Rücken zu. Das berichteten am Dienstag Kölner Medien, darunter auch das Portal domradio.de , das vom Bildungswerk der Erzdiözese betrieben wird.

Die Ministrantinnen und Ministranten, die sich auf einer Wallfahrt nach Rom und Assisi befanden, waren zur Messe in die Basilika St. Paul vor den Mauern gekommen. Als Woelki dann predigte, standen laut domradio.de 150 bis 200 Jugendliche auf und kehrten dem Erzbischof vor dem Altar den Rücken zu. Die Aktion ist auch auf einem Video zu sehen.

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Woelki unterbrach dann seine Predigt und wandte sich an die Protestierenden, wofür er auch Applaus erntete. Danach wurde die Messe fortgesetzt.

Der Kardinal steht wegen seines Umgangs mit Missbrauchsskandalen in Köln seit Langem heftig in der Kritik. Der Geistliche wartet auf eine Entscheidung von Papst Franziskus, der über sein Rücktrittsangebot entscheiden muss.

Sehr viele Katholiken bewerten die Situation in der Domstadt als untragbar. Vom Oktober 2021 bis März 2022 nahm sich Woelki auf Anweisung des Oberhauptes der katholischen Kirche eine Auszeit. Franziskus hat sich bisher nicht zur Zukunft des Erzbischofs geäußert.

Nach dem Vorfall in Rom sagte Woelki bei domradio.de, dass er die Art und den Zeitpunkt des Protestes nicht gut fand. Die Jugendlichen hätten es »sicherlich aus ihrer Perspektive heraus gut gemeint«. Er kritisierte aber, »dass man den Gottesdienst dafür nutzt«, und nannte die Aktion »ein bisschen schwierig«. Schon während der Messe hatte Woelki den jungen Leuten gesagt, dass Jesus den Menschen nie den Rücken zugekehrt habe. »Es ist jetzt so gewesen. Und jetzt müssen wir das so hinnehmen«, bemerkte der 66-Jährige abschließend.

ala/dpa
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