Die Geschichten hinter #MeToo: "Inzwischen bin ich einfach nur noch wütend"

Frauen erzählen von sexueller Belästigung und Übergriffen
Von Helene Flachsenberg, Dilan Gropengiesser, Gesa Mayr und Hanna Zobel
Erst als ich meinem jetzigen Freund davon erzählt habe, habe ich an seiner Reaktion gemerkt, dass ich nicht diejenige bin, die sich schlecht fühlen muss.

Warum nicht? Weil ich Angst davor hatte, das Erlebte erneut zu durchleben. Weil ich Angst vor dem Mann hatte und vor den Dingen, die er mir angedroht hat.

Verbale Belästigungen und offensichtliche sexuelle Angebote von Fremden auf der Straße passieren fast wöchentlich.

Bei #MeToo mache ich mit, weil ich mich nicht für das schäme, was mir passiert ist. Ich mache mit, weil der Mann, der mir das angetan hat, sich schämen sollte.

Diese Dreistigkeit verschlug mir einfach die Sprache, ich war wie festgefroren.

Ein paar Tage später las ich in der Zeitung, dass eine Frau dort sexuell genötigt wurde, genau an dieser U-Bahn-Haltestelle.