Mexiko Auto mit mehreren Leichen vor Regierungspalast abgestellt

Grausiger Fund im mexikanischen Bundesstaat Zacatecas: Ein Mann hat ein Auto mit mehreren Toten vor dem lokalen Regierungsgebäude geparkt. Überwachungskameras filmten, wie er anschließend floh.
Polizist in Mexiko (Symbolbild)

Polizist in Mexiko (Symbolbild)

Foto: JOSE LUIS GONZALEZ/ REUTERS

Der mexikanische Bundesstaat Zacatecas kämpft seit Wochen mit einer Welle der Gewalt, die wohl auf konkurrierende Drogenkartelle zurückgeht. Erst im November waren zehn Leichen in der Provinz aufgetaucht, neun davon waren an einer Brücke aufgehängt. Nun wurde ein Wagen mit mehreren Leichen vor das Regierungsgebäude der gleichnamigen Provinzhauptstadt Zacatecas vorgefahren.

Die Toten seien anscheinend geschlagen worden, sagte Gouverneur David Monreal am Donnerstag in einem Video auf Facebook. Er nannte keine Zahl, laut Medienberichten handelte es sich jedoch um sechs Leichen. Der Fahrer des Wagens soll laut Medienberichten durch eine Gasse geflüchtet sein, wie Videoaufnahmen zeigten.

Region leidet seit Jahren unter rivalisierenden Kartellen

Der Wagen sei am frühen Morgen (Ortszeit) abgestellt worden und der Fahrer geflüchtet, sagte Monreal vom noch weihnachtlich geschmückten zentralen Platz in Zacatecas. Die Hintergründe waren zunächst unklar. In Zacatecas sind jedoch seit Längerem Drogenbanden aktiv.

Seit rund 15 Jahren leidet Mexiko unter einer Spirale der Gewalt zwischen Drogenkartellen und staatlichen Sicherheitskräften. Seit der damalige Präsident Felipe Calderón Ende 2006 begann, den sogenannten Drogenkrieg militärisch zu bestreiten, fielen diesem etwa 350.000 Menschen zum Opfer. Weitere rund 96.000 gelten als verschwunden.

Mexikos Bilanz für 2021: 92 Morde pro Tag

Heute gibt es zahlreiche mächtige Drogenkartelle und andere kriminelle Gruppen, die oft Verbindungen zu korrupten Politikern und Sicherheitskräften haben. Die meisten Taten werden nie aufgeklärt. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Morde in dem nordamerikanischen Land um gut vier Prozent auf 33.410 – laut vorläufigen Zahlen, die Präsident Andrés Manuel López Obrador am Donnerstag vorstellte. Das sind rund 92 Morde pro Tag.

fek/dpa