Welle der Gewalt in Mexiko Neun Leichen an Brücke aufgehängt

Die Provinzregierung spricht von einem »abscheulichen Verbrechen«: Im mexikanischen Zacatecas sind mehrere Leichen entdeckt worden. In der Region kämpfen verfeindete Drogenkartelle um die Vorherrschaft.
Nationalgardist in Zacatecas: »Abscheuliches Verbrechen«

Nationalgardist in Zacatecas: »Abscheuliches Verbrechen«

Foto: Guillermo Moreno / REUTERS

In Zentralmexiko hat die Polizei die Leichen von zehn Männern entdeckt. Neun der Opfer hingen an einer Brücke in der Ortschaft San Pedro Piedra Gorda, wie die Regierung des Bundesstaats Zacatecas mitteilte . Ein weiterer Toter lag demnach auf der Straße darunter. Die Provinzregierung verurteilte die Tat als ein »abscheuliches Verbrechen«. Die Polizei suche nach den Verantwortlichen. Die Opfer wurden zur Identifizierung zum gerichtsmedizinischen Dienst gebracht.

Zacatecas erlebt derzeit eine Welle der Gewalt. Erst vor wenigen Tagen waren ein Polizeichef und zwei Polizisten der Stadt Loreto entführt und später tot aufgefunden worden. Nach Medienangaben ringen in der Region das Sinaloa-Kartell, das Kartell Jalisco Nueva Generación und das Kartell Los Talibanes um die Kontrolle über die illegalen Geschäfte.

Fast hundert Tötungsdelikte pro Tag

In ganz Mexiko werden derzeit fast hundert Tötungsdelikte pro Tag registriert. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Gangs, die in Drogenschmuggel, Schutzgelderpressung und Benzindiebstahl verwickelt sind. Viele von ihnen unterhalten Beziehungen zu Politik und Sicherheitskräften.

Erst vor wenigen Tagen wurden im Bundesstaat Guanajuato bei zwei Angriffen von Bewaffneten mindestens elf Menschen getötet, darunter zwei Kinder. Lokalen Medienberichten zufolge erfolgte ein Angriff während eines Kindergeburtstags. Im zentralmexikanischen Guanajuato kämpfen die beiden Drogenkartelle Santa Rosa de Lima und Jalisco Nueva Generación um die Kontrolle über den lukrativen Drogenhandel und den Markt für gestohlene Kraftstoffe.

Auch in anderen Teilen des Landes kommt es immer wieder zu brutalen Übergriffen. Zuletzt hatte eine Schießerei zwischen rivalisierenden Banden an einem Strand bei Cancún die Touristen in der beliebten mexikanischen Urlaubsregion in Angst und Schrecken versetzt. Es habe eine Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Gruppen von Drogenhändlern im Ort Puerto Morelos gegeben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaats Quintana Roo mit.

Ende Oktober war eine deutsche Touristin gestorben, als sie bei einer Schießerei in einer Bar im Urlaubsort Tulum zwischen die Fronten geriet. Eine weitere Frau aus Indien kam ebenfalls ums Leben. Der Ort liegt südlich von Cancún an der Karibikküste.

wit/dpa
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